Antriebsprobleme der "Beresheet" : Auf dem Mond zerschellt: Die letzten Bilder von der israelischen Raumsonde

Dieses ist eines der letzten Bilder vor dem Aufprall auf dem Mond, das die Sonde an die Erde sendete.
Dieses ist eines der letzten Bilder vor dem Aufprall auf dem Mond, das die Sonde an die Erde sendete.

Israel ist das siebte Land, das in die Umlaufbahn des Mondes gelangt ist. Trotzdem gilt die Mission als gescheitert.

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11. April 2019, 21:48 Uhr

Tel Aviv | Die Landung der israelischen Raumsonde "Beresheet" (Genesis) auf dem Mond ist missglückt. Das Weltraumgefährt habe kurz vor der Landung Antriebsprobleme gehabt und sei offenbar auf der Mondoberfläche zerschellt, sagte der Projektkoordinator Morris Kahn am Donnerstag in einer Live-Videoübertragung aus dem Kontrollzentrum bei Tel Aviv. "Wir haben es nicht geschafft, aber wir haben es auf jeden Fall versucht."

Nach Angaben der israelischen Non-Profit-Organisation SpaceIL, Betreiberin der Sonde, war ein wichtiger Motor der Raumsonde "Beresheet" beim Landemanöver ausgefallen. Die Kommunikation mit der Sonde ging verloren. Israel sei jedoch das siebte Land der Welt, dem es gelungen sei, in die Umlaufbahn des Mondes zu gelangen.

Eine Aufnahme der Mondoberfläche ist eines der letzten Signale, das die Sonde auf die Erde schickte. Foto: AFP PHOTO / HO / Israeli Aerospace Industries (IAI)
Eine Aufnahme der Mondoberfläche ist eines der letzten Signale, das die Sonde auf die Erde schickte. Foto: AFP PHOTO / HO / Israeli Aerospace Industries (IAI)

Israel hatte gehofft, als vierte Nation nach den Großmächten Russland, USA und China, auf dem Mond zu landen. Es war die erste privat finanzierte Mission dieser Art.

"Fantastische Errungenschaft"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er hoffe auf einen neuen Versuch binnen zwei bis drei Jahren. Der israelische Milliardär Morris Kahn, wichtigster Sponsor, sprach von einer "riesigen Errungenschaft" trotz der fehlgeschlagenen Landung. "Wir haben allen Grund, stolz zu sein."

Die Sonde war seit knapp einer Woche um den Erdtrabanten gekreist und hatte dabei mehrere wichtige Manöver gemeistert. Die Landung im Bereich des "Meers der Heiterkeit", einem Mondmeer, steuerte sie dann vom optimalen Punkt aus an.

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Die Raumsonde hatte ihre sieben Wochen lange Reise zu dem Erdtrabanten am 22. Februar am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida begonnen. Sie wurde von einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk in die Umlaufbahn der Erde befördert.

Die Sonde mit einem Gewicht von knapp 600 Kilogramm und 1,50 Meter Höhe sollte eine israelische Flagge auf dem Mond aufstellen und das Magnetfeld untersuchen.

Was der Name "Beresheet" bedeutet

"Beresheet" ist der hebräische Name des 1. Buch Mose (Genesis) in der Bibel. An Bord der unbemannten Sonde, die etwa die Größe einer Waschmaschine hatte, war eine Zeitkapsel mit Hunderten digitalen Dateien. Darunter ist auch eine hebräische Bibel, die auf einem Träger in Münzgröße gespeichert ist.

Der Sowjetunion war 1966 mit der Sonde "Luna 9" die erste Mondlandung gelungen. Im selben Jahr folgte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit "Surveyor 1". China zog 2013 mit der Sonde "Chang'e-3" nach, die den Rover "Yutu" auf dem Mond absetzte.

Die israelische SpaceIL wollte unter anderem einen Prototyp für künftige kommerzielle Mondlandungen schaffen. Der Bau der Sonde hat umgerechnet 84 Millionen Euro gekostet. Das Geld kam vor allem von privaten Spendern. SpaceIL erhält auch Unterstützung von der israelischen Raumfahrtbehörde (ISA) und Israel Aerospace Industries (IAI). SpaceIL hat zu Beginn des Jahres ein Abkommen mit dem deutschen Raumfahrt-Unternehmen OHB unterzeichnet. Angestrebt sind künftige gemeinsame, kommerzielle Mond-Missionen. Die israelische Organisation kooperiert auch mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

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