Proteste und Entrüstung : Islamisches Zentrum: Schlagen von Frauen "eher ein symbolischer Charakter"

Eine muslimische Gemeinde in München sorgt auf seiner Internetplattform für Entsetzen.
Eine muslimische Gemeinde in München sorgt auf seiner Internetplattform für Entsetzen.

Laut des Islamischen Zentrums München sei bei Eheschwierigkeiten das Schlagen der Frau ein letztes Mittel.

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04. August 2019, 14:42 Uhr

München | Eine muslimische Gemeinde in München hat mit Empfehlungen zum Umgang von Mann und Frau in der Ehe Proteste ausgelöst. Im Internetauftritt des Islamischen Zentrums München (IZM) heißt es im Kapitel "Frau und Familie im Islam" unter Berufung auf einen Koranvers, dass als letztes Mittel im Fall von Eheschwierigkeiten auch das Schlagen der Frau infrage komme: "...im Falle einer in größeren Schwierigkeiten steckenden Ehe der Ehemann diese drei Schritten auf jeden Fall einhalten muss: Ermahnung, Trennung im Ehebett und Schlagen." Nach Ansicht der "Gelehrten" habe das Schlagen allerdings "eher einen symbolischen Charakter". Das Schlagen im Affekt sei indes verboten. Der Bayerische Rundfunk hatte am Wochenende zuerst darüber berichtet.

"Widerspricht den Werten unserer Gesellschaft"

Mitglieder des Münchner Stadtrats, die mit den Aussagen auf der Website konfrontiert wurden, äußerten sich dem BR gegenüber entsetzt. So sagte SPD-Stadtrat Cumali Naz, Fachsprecher für Migration: "Wenn das IZM propagiert, Gewalt sei ein legitimes Mittel zur Lösung von Ehekonflikten, widerspricht das fundamental den Werten unserer Gesellschaft." Sprecher anderer Parteien äußerten sich ähnlich. Der Verband Deutsche Muslimische Gemeinschaft (DMG) kündigte dem BR gegenüber an, die Website zu überarbeiten.

Die Staatsanwaltschaft München I sieht laut BR keine Anhaltspunkte, dass im Fall der zitierten Äußerungen eine Straftat vorliegt. Es liege keine Anstiftung zu Körperverletzungshandlungen vor.

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