Kritik am Catering : Innenministerium serviert Blutwurst auf der Islamkonferenz

Wird unter anderem aus Schweineblut, Speck, Schwarte, Schweinefleisch und Gewürzen zubereitet: Blutwurst.
Wird unter anderem aus Schweineblut, Speck, Schwarte, Schweinefleisch und Gewürzen zubereitet: Blutwurst.

"Sollten sich einzelne Personen in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir dies", so das BMI.

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01. Dezember 2018, 18:36 Uhr

Berlin | Ein gläubiger Muslim isst kein Schweinefleisch. Das ist weitestgehend bekannt. Geregelt ist das in den Speisevorschriften des Islam, die in Koran und Sunna stehen: "Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Gott angerufen worden ist", heißt es dort.

Deswegen hat es zumindest für Verwunderung gesorgt, dass das Bundesinnenministerium auf der 12. Islamkonferenz (DIK) ausgerechnet Blutwurst serviert hat – ein Produkt, das unter anderem aus Schweineblut, Speck, Schwarte, Schweinefleisch und Gewürzen besteht. Berichtet hatte darüber unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

"Welches Zeichen will Seehofers Innenministerium damit setzen?"

"Auf der #Islamkonferenz gestern in Berlin gab es wieder Schweinefleisch auf dem Buffet", schrieb WDR-Journalist Tuncay Özdamar am Donnerstag auf Twitter. "Es wurde Blutwurst serviert. İnşallah halal. Welches Zeichen will Seehofers Innenministerium damit setzen? Ein wenig Respekt vor Muslimen, die kein Schweinefleisch essen, wäre angebracht."

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Viele pflichten Özdamar bei, unter anderem Grünen-Politiker Volker Beck. "Vielfalt wahrnehmen heißt auch unterschiedliche Gewohnheiten berücksichtigen", schrieb er.

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Doch es gab auch andere Stimmen. Bei der großen Auswahl sei niemand dazu gezwungen gewesen, zur Blutwurst zu greifen.

13 verschiedene Speisen im Angebot

Auch das Innenministerium selbst meldete sich bei Twitter. "Die Speisenauswahl für die Abendveranstaltung der DIK erfolgte mit Blick auf die religiös-plurale Zusammensetzung der DIK. Dabei wurde auf ein ausgewogenes Angebot, bestehend aus insgesamt 13 verschiedenen Speisen (sowohl halal und vegetarische, als auch Speisen mit Fleisch und Fisch), und Getränken geachtet."

Zudem sei das Buffet deutlich ausgezeichnet und das Personal entsprechend instruiert gewesen. "Sollten sich einzelne Personen dennoch in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir dies."

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Laut dem NRW-Landtagsabgeordneten der Grünen, Ali Baş, sei das aber gerade bei den Blutwursthäppchen nicht der Fall gewesen: "Das Fingerfood war nicht gekennzeichnet und bei den schlechten Lichtverhältnissen schwer zu erkennen", erzählte er dem Online-Magazin "Watson". Einige Teilnehmer hätten bereits zugreifen wollen, als Baş erst auf Nachfrage erfahren habe, worum es sich bei der Speise handelte. Am zweiten Tag der Konferenz sei das Buffet dann laut Baş frei von Schweinefleisch gewesen.

2006 wurden Schinkenschnittchen serviert

Und anscheinend ist es nicht das erste Mal, dass bei einer Islamkonferenz Schweinefleisch serviert wurde: Laut einem "Spiegel"-Bericht, habe es 2006 Schinkenschnittchen gegeben.

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