Hotels, Gastro, Schulen und Co. : In welchem Bundesland ist was wieder erlaubt?

Endlich wieder Kind sein. Zahlreiche Spielplätze öffnen wieder.
Endlich wieder Kind sein. Zahlreiche Spielplätze öffnen wieder.

Diese Woche wollte der Bund mit den Ländern neue Lockerungen besprechen. Doch einigen geht es nicht schnell genug.

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05. Mai 2020, 19:57 Uhr

Berlin | Vor dem Spitzengespräch zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise schaffen viele Bundesländer bereits Fakten. Bayern öffnet in Kürze die Biergärten, Baden-Württemberg erlaubt Sportarten wie Tennis im Freien, Mecklenburg-Vorpommern macht die Hotels wieder auf. Die Bundesregierung drängt auf ein möglichst einheitliches Vorgehen. Sie will weitere regionale Lockerungen offenbar von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängig machen. Eine Übersicht, was in den Ländern bereits erlaubt ist.


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Baden-Württemberg

In der Corona-Krise setzt Baden-Württemberg ab der kommenden Woche auf ein Ampelsystem für Institutionen und Veranstaltungen, mit dem gekennzeichnet wird, was erlaubt ist und was verboten bleibt. Damit sollten der Allgemeinheit Orientierungshilfen gegeben werden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

  • Ab der kommenden Woche werden wieder kontaktlose Sportarten im Freien erlaubt. Im Ampelsystem könnten damit etwa Tennis, Leichtathletik und Golf auf Grün gesetzt werden.
  • Massenveranstaltungen bleiben verboten.
  • Die Gastronomie steht auf gelb und könnte bald wieder öffnen.

Bayern

  • Ab kommenden Montag dürfen wieder alle Geschäfte öffnen, noch vor Pfingsten auch Gaststätten und Hotels.
  • Schon ab Mittwoch werden die bisherigen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben – gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen. Es ist nun erlaubt, neben einer Person außerhalb des eigenen Hausstands auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen.
  • Mitte Juni sollen alle Schüler wieder in die Schule gehen können – "wenn das Infektionsgeschehen es zulässt", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Es soll kleine Klassen mit höchstens 15 Schülern und eine Maskenpflicht auf dem Schulhof geben. Bis Pfingsten sollen 50 Prozent der Krippen- und Kindergartenkinder wieder in die Kitas.

Bremen

  • Nach anderen Bundesländern erlaubt auch Bremen wieder öffentliche Gottesdienste. Versammlungen in Kirchen, Moscheen und anderen Gotteshäusern sind ab Mittwoch möglich, wie Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Dienstag in der Hansestadt ankündigte.
  • Spielplätze sind ab Mittwoch wieder zugänglich.
  • Weiter dürften Zoos, Museen und Gedenkstätten öffnen. In allen Bereichen seien die geltenden Hygienevorschriften einzuhalten.
  • Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) stellte darüber hinaus eine baldige Lockerung des Besuchsverbots in Pflegeheimen und Hospizen in Aussicht. Details eines Öffnungskonzeptes sollten in dieser Woche mit den Trägern der Einrichtungen besprochen werden, damit sie in der kommenden Woche in Kraft treten könnten.

Hamburg

  • Öffnung von Spielplätzen ab Mittwoch unter Auflagen. Kinder unter sieben Jahren dürfen nur in Begleitung von Erwachsenen spielen.
  • Auch Gottesdienste und Besuche in Museen, Zoos und botanischen Gärten sind ab Mittwoch wieder möglich.
  • Ab Mittwoch ist auch der Individual-Sport im Freien erlaubt. Sportlich betätigen kann man sich beispielsweise wieder bei Leichtathletik, Wassersport, Radsport, Reitsport, Klettern, Skaten, Golf, Tennis, aber auch Fitness, Gymnastik oder Yoga - sofern dies im Freien und mit Abstand gemacht werde, sagte Sportsenator Andy Grote (SPD). "Wir machen einen ersten, nicht ganz großen, aber schon einen spürbaren Schritt."
  • Autokinovorführungen unter freiem Himmel sind wieder erlaubt, heißt es in der neuen Verordnung des Senats. Voraussetzung dafür sei, dass sich nur Personen in einem Auto aufhalten, die in derselben Wohnung leben
  • Seit Montag haben die Schulen in Hamburg für weitere Klassen geöffnet. Mädchen und Jungen der 4. Klassen können nun wieder an den Grundschulen am Unterricht teilnehmen. Auch die Klassenstufen 6 und 11 der Gymnasien sowie die Klassenstufe 12 der Stadtteilschulen durften am Montag zurückkehren.

Hessen

  • Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten sowie Tierparks, Zoos und Botanische Gärten, Hundesalons und Hundeschulen, Friseure sind seit Montag, wie mit den Ländern vereinbart, geöffnet.
  • Am 18. Mai soll für zahlreiche weitere Schüler wieder der Unterricht in eingeschränkter Form beginnen. Darunter sind die Viertklässler und viele Schüler an weiterführenden Schulen.
  • Die übrigen Grundschüler sollen am 2. Juni in die Klassenräume zurückkehren, wie das Kultusministerium mitteilte.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten in Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom kommenden Montag an wieder öffnen.
  • Gaststätten sollen von Samstag (9. Mai) an von 6 bis 21 Uhr unter strikten Hygieneauflagen und mit maximal sechs Erwachsenen je Tisch für Einheimische öffnen dürfen.
  • Die wegen Corona erlassenen Einschränkungen in der Kinderbetreuung sollen deutlich gelockert werden. Für die rund 4500 Kinder bei Tagesmüttern und Tagesvätern soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am 11. Mai die reguläre Betreuung wieder beginnen. Eine Woche später, am 18. Mai, sollen nach Plänen des Sozialministeriums dann alle 13.600 Vorschulkinder in die Kita zurückkehren können. Die Pläne sollen am Donnerstag Thema im Kabinett sein.
  • Am 18. Mai sollen auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen für Einheimische öffnen.
  • Zum 25. Mai soll dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Den Hotels soll eine Vermietung von maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten erlaubt werden. Damit wäre Pfingsturlaub an der Ostsee oder in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder für alle Bundesbürger möglich.

Niedersachsen

  • Vom 25. Mai an dürfen Hotels mit Einschränkungen wieder öffnen.
  • Gastronomiebetriebe mit Einschränkungen bereits am 11. Mai.

Nordrhein-Westfalen

Das Land NRW erlaubt ab Sonntag wieder Besuche in Altenheimen und Wohnheimen der Behindertenhilfe. Voraussetzung für diesen Schritt sei, dass wichtige Schutzmaßnahmen eingehalten werden, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). So können Altenheime außerhalb ihrer Einrichtungen Treffpunkte etwa in Zelten oder auf Terrassen schaffen. Bettlägerige Bewohner können auf den Zimmern besucht werden, sofern die Besucher sich an die Auflagen des Infektionsschutzes halten. Jeder Besucher muss zudem ein Kurzscreening absolvieren und sich registrieren lassen.

Sachsen-Anhalt

  • In Sachsen-Anhalt soll der Tourismus ab dem 15. Mai schrittweise wieder anlaufen. Zunächst sollen Ferienhäuser und Ferienwohnungen wieder an Einheimische vermietet werden dürfen, wie am Dienstag aus einem Stufenplan von Landeswirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) hervorging.
  • Ab dem 22. Mai sollen auch Restaurants wieder öffnen dürfen. Verzichtet wird dabei ausdrücklich auf eine Unterscheidung zwischen Außen- und Innengastronomie sowie eine maximale Gästezahl.
  • Als erstes Bundesland hatte Sachsen-Anhalt seine Kontaktbeschränkungen von zwei auf fünf Menschen gelockert. Ausgeschlossen von der Regelung bleiben Tanzlokale und Diskotheken.
  • In einer zweiten Stufe sollen auch Hotels wieder Gäste empfangen dürfen, wenn sie Zimmer mit eigenen sanitären Einrichtungen haben. Auch soll der Tourismus auf Gäste aus ganz Deutschland ausgeweitet werden. In der dritten Stufe sollen alle touristischen Betriebe und Angebote ohne Einschränkungen wieder zugänglich sein, auch für Gäste aus dem Ausland. Ein Zeitplan für die zweite und dritte Stufe steht noch nicht fest.

Schleswig-Holstein

  • Schleswig-Holstein öffnet die Schulen am Mittwoch für weitere Jahrgänge. Dann werden die 4. Klassen an Grundschulen wieder in ihren Klassenzimmern unterrichtet. Ebenso die 6. Klassen an den Gymnasien. Zudem werden die Berufsschulen geöffnet.
  • Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Gastronomie und Tourismus sind ab Mitte Mai vorgesehen. "Wir wollen eine klare Perspektive für alle Bereiche geben", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)
  • Gottesdienste und Zusammenkünfte zum Gebet, aber auch besondere religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen, Trauungen oder Trauergottesdienste dürfen ebenfalls unter bestimmten Bedingungen wieder stattfinden. So muss die Gemeinschaft unter anderem dafür sorgen, dass Infektionsketten rasch und vollständig nachvollzogen werden können und nur eine bestimmte Personenzahl pro Quadratmeter anwesend ist.
  • Die Museen Schleswig-Holsteins dürfen ebenfalls seit Montag wieder öffnen. Die meisten Museen, wie etwa die Landesmuseen, die Kunsthalle zu Kiel, die Nolde-Stiftung in Seebüll oder die Museen der Hansestadt Lübeck brauchen aber noch ein paar Tage oder Wochen, um die mit den Auflagen zusammenhängenden Voraussetzungen für eine Wiedereröffnung zu schaffen. Auch Freilichtmuseen, Gedenkstätten und Erinnerungsorte können wieder öffnen.
  • Tierparks und Wildparks sind unter Einhaltung von bestimmten Regeln wieder geöffnet. Die Spielplätze in den Anlagen dürfen aber noch nicht überall wieder betreten werden.
  • Amateurfußballer dürfen bei Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln trotz der gegenwärtigen Corona-Pandemie wieder trainieren. Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) hatte seinen Vereinen zuvor mitgeteilt, dass ein Trainingsbetrieb unter Auflagen möglich sei. In fast allen anderen Bundesländern gilt für den Bereich des Amateurfußballs weiter ein Trainingsverbot.

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Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
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