Höhle in Thailand : Taucher starten Rettung der eingeschlossenen Jungen

Rettungstaucher der Marine treffen mit Sauerstoff-Flaschen am abgesperrten Eingang zu der Höhle ein.
Rettungstaucher der Marine treffen mit Sauerstoff-Flaschen am abgesperrten Eingang zu der Höhle ein.

Am Sonntag haben die Helfer ihre gefährliche Rettungsaktion begonnen – Ausgang ungewiss.

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08. Juli 2018, 10:25 Uhr

Chiang Rai | Die äußerst gefährliche Rettungsaktion für die zwölf in einer Höhle in Thailand eingeschlossenen Jungen und ihren Fußballtrainer hat am Sonntag begonnen. Ein international besetztes Team von Spezialtauchern versucht seit Sonntagmorgen, die Jugendlichen in einer gefährlichen Rettungsaktion herauszuholen. Der Einsatz wird auf jeden Fall mehrere Stunden dauern, vielleicht auch Tage. Die Retter arbeiten unter enormem Zeitdruck, weil neue Regenfälle drohen.

Insgesamt sind an der Aktion 18 Taucher beteiligt, auch Experten aus Großbritannien und Australien, ein australischer Mediziner könnte Erste Hilfe leisten. Plan ist es, die Jungen und ihren Trainer die etwa vier Kilometer von ihrem Zufluchtsort im Inneren der Höhle sicher nach draußen zu bringen. Jeder Einzelne wird dabei von mindestens einem Taucher begleitet. Notfalls müssen sie ein weiteres Mal in der Höhle übernachten. Draußen warten weitere Ärzte, um das Team in Empfang zu nehmen. Auch Hubschrauber stehen bereit.

Auf der Facebook-Seite der thailändischen Marinetaucher postete das Rettungsteam am Sonntag ein Bild, das ihren Teamgeist zeigt. Drei Taucher fassen sich an den Handgelenken, nur ihre Hände und Unterarme sind zu sehen, wie sie ein Dreieck bilden. "Wir, das Thai Team und das internationale Team, werden die Wild Boars nach Hause bringen", steht darunter. "Wild Boars" (Wildschweine) ist der Spitzname des Jungen-Fußballteams.


Sauerstoffgehalt sinkt

Die Retter hatten sich nach langen Vorbereitungen erst am Morgen endgültig zu dem Einsatz entschlossen. Aus ihrer Sicht wäre es nur noch gefährlicher geworden, weiter zu warten. Provinz-Gouverneur Narongsak Osotthanakorn, der die Aktion leitet, sagte: "Das Wetter ist gut. Der Wasserstand ist gut. Die Taucher sind bereit. Die Jungen sind körperlich, seelisch und psychisch bereit, herauszukommen."

Als frühestmöglicher Zeitpunkt, wann die ersten Jungen aus der Höhle kommen könnten, wurde der Sonntagabend um 21.00 Uhr (16.00 Uhr MESZ) genannt. Die Rettung könnte sich aber auch bis Montag oder noch länger hinziehen. Als Letzter wird der Trainer erwartet. Damit der Einsatz nicht durch das Großaufgebot an Medien behindert wird, sperrten die Behörden den Eingang zur Höhle weiträumig ab. Mehr als 1000 Journalisten aus aller Welt, die das Drama zum Teil schon seit Beginn verfolgen, mussten die Gegend verlassen.

Die Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr 25-jähriger Fußballtrainer sind seit dem 23. Juni in der überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai eingeschlossen. Sie saßen bislang an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest. Teile der Höhle sind immer noch unter Wasser. Das bedeutet, dass die Jungen an manchen Stellen Tauchausrüstung benötigen, um voranzukommen. Die Hoffnung der Retter ruht darauf, dass sie nicht unbedingt tauchen müssen. Einige der Jungen sind keine guten Schwimmer. Tauch-Erfahrung hat kaum einer.

Bereits ein Taucher verunglückt

Sauerstoffmangel und schlechte Wetteraussichten erhöhten zuletzt den Druck auf die Retter. In den nächsten Tagen soll es wieder heftige Regenfälle geben. In Südostasien ist gerade Monsunzeit. Zudem sank am bisherigen Aufenthaltsort der Gruppe in der Höhle der Sauerstoffgehalt in der Luft von 21 Prozent auf 15 Prozent. Auch das sprach dafür, die Rettungsaktion nicht länger hinauszuschieben.

Gouverneur Narongsak sagte, in den vergangenen Tagen sei der Wasserpegel in der Höhle aber genügend zurückgegangen, dank der Entwässerungsmaßnahmen. So könnten nun viele Teile zu Fuß passiert werden. Australische Sanitäter hätten die Höhle am Sonntag betreten, um den Gesundheitszustand der Jungen zu bewerten. Sie hätten bestätigt, dass sie bereit seien.

"Heute ist D-Day", sagte Narongsak. Neue Regengüsse würden erwartet. "Wenn wir warten, werden wir wieder das Wasser herauspumpen müssen."

Die Rettungsaktion ist äußerst gefährlich: Ein Taucher kam bereits vor wenigen Tagen im Einsatz ums Leben. Selbst die professionellen Taucher benötigten fünf bis sechs Stunden, um von der Gruppe zum Ausgang zu gelangen.

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