Lästige Insekten unter Artenschutz : Hitze in Deutschland: Droht diesen Sommer eine Wespen-Plage?

Ist es draußen heiß, sind Wespen auf der Suche nach proteinhaltiger Nahrung.
Ist es draußen heiß, sind Wespen auf der Suche nach proteinhaltiger Nahrung.

Ein Eis in der Sonne und Frühstück auf der Terrasse – all das lieben wir am Sommer. Wären da die lästigen Wespen nicht.

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26. Juni 2019, 15:59 Uhr

Hamburg | Sie fliegen wieder: Jedes Jahr im Sommer schwirren Wespen aus ihren Nestern heraus und machen während ihrer Nahrungssuche auch gern beim Marmeladen-Brötchen oder Grill-Buffet halt. Aufgrund der aktuell herrschenden Hitze besteht nun die große Sorge, dass die Insekten in diesem Jahr in einer besonders großen Population auftreten könnten. Denn: Wespen mögen es warm und trocken.

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"Es wird in diesem Jahr vermutlich viele Wespen geben", heißt es von Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie gegenüber der Redaktion. "Allerdings nicht mehr als letztes Jahr." Auch der BUND bewertet die derzeitigen Wetterbedingungen als "sehr günstig".

Doch Grund zur Panik gebe es nicht, denn ausschlaggebend für die Menge der schlüpfenden Wespen ist nicht die momentane Temperatur, sondern vor allem die Wetterbedingungen im Frühjahr. "Die waren von Region zu Region natürlich sehr unterschiedlich", so Milan Fanck vom BUND.

Fakt ist aber auch: Die aktuelle Wärme und Trockenheit macht die Wespen gierig nach proteinhaltiger Nahrung. "Es gibt zwei Arten, die in Deutschland besonders nervig sind: Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe", so Fanck. Diese platzieren ihre Nester etwa in Wandverkleidungen oder Fenstern und haben es auf die zuckerhaltige Getränke und das Steak beim Picknick abgesehen.

Wespen stehen unter Artenschutz

Auch wenn die schwarz-gelb-gekringelten Insekten als Plagegeister empfunden werden, einfach getötet werden dürfen sie nicht. Genau wie Wildbienen, Hummeln und Hornissen stehen sie unter Artenschutz. "Um ein Wespennest entfernen zu dürfen, bedarf es einer Sondergenehmigung und der Profi muss ran", so Fanck. Wer eine Wespe ohne Grund tötet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro rechnen. "Ein Wespennest kann pro Tag etwa 3000 andere Insekten vertilgen, wie etwa Blattläuse, daher ist ihre Aufgabe im Ökosystem sehr wichtig."

Ein Schädlingsbekämpfer behandelt mit Insektiziden ein Wespennest auf einen Balkon. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
picture alliance/dpa
Ein Schädlingsbekämpfer behandelt mit Insektiziden ein Wespennest auf einen Balkon. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Nicht schlagen, aber nass machen

Um sich vor einem Wespenstich zu schützen, empfiehlt Fanck, Lebensmittel auf dem Tisch immer abzudecken. Außerdem mache es Sinn, einen Sichtschutz – etwa mithilfe eines Bettlakenns – zu errichten. "Wespen reagieren nämlich auf Bewegung."

Wer nach Wespen schlägt oder sie anpustet, macht die Insekten nur unnötig aggressiv. "Helfen kann eine Sprühflasche mit einem feinen Wassernebel. Die Wespen denken dann, dass es regnet und fliegen zurück zu ihrem Nest." Der NABU empfiehlt zusätzlich, Wespen mit Futter an einen anderen Ort als den Esstisch zu locken. Am Besten mit einer kontinuierlichen Futterquelle, damit die Wespen gar nicht erst woanders suchen. Desweiteren können ätherische Öle wie Zitrus, Pfefferminze oder Lavendel die Insekten vertreiben.

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