Bezüge zu Attentäter von Christchurch : Mit Anschlag gegen Muslime gedroht – Niedersachse in U-Haft

Die Al-Nur-Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch, wo ein Rechtsextremist am 15. März vergangenen Jahres zahlreiche Muslime ermordete.
Die Al-Nur-Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch, wo ein Rechtsextremist am 15. März vergangenen Jahres zahlreiche Muslime ermordete.

Der Beschuldigte soll in einem Internet-Chat angekündigt haben, Muslime zu töten.

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08. Juni 2020, 10:24 Uhr

Celle | Ein 21-Jähriger aus Hildesheim soll in einem Internet-Chat einen Anschlag mit mehreren Toten angekündigt haben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft (GStA) in Celle am Montagmorgen mitteilte, hat der Beschuldigte in dem Chat auf den rechtsextremistischen Attentäter von Christchurch in Neuseeland Bezug genommen. Sein Ziel sei es gewesen, Muslime zu töten.

Mit Anschlag gedroht: Polizei findet Waffen

In seiner Wohnung seien Waffen gefunden worden. Zudem seien bei ihm Dateien mit rechtsradikalen Inhalten gefunden worden. Der Mann komme nun aus dem polizeilichen Gewahrsam in Untersuchungshaft. Die Zentralstelle Terrorismusbekämpfung hat die Ermittlungen übernommen.

Die Drohung datiert der Mitteilung zufolge vom 29. Mai. Der 21-Jährige soll sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge aber schon seit längerem mit der Idee beschäftigt haben, einen Anschlag mit zahlreichen Toten zu begehen, um weltweit mediale Aufmerksamkeit zu erhalten. Am Tag nach der Drohung wurde der Mann nach einer richterlichen Anordnung in Gewahrsam genommen.

Weiterlesen: 51 tote Muslime: Der Tag, an dem Neuseeland weinte

Haftbefehl erlassen

Das Landgericht Lüneburg erließ Haftbefehl wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und, wegen der Anschaffung der Waffen, des Verdachts der Terrorismusfinanzierung. Das Amtsgericht Hildesheim habe den Antrag auf Haft zuvor abgelehnt.

Bei dem Anschlag in Christchurch, auf den der 21-Jährige den Angaben zufolge Bezug nahm, hatte ein Attentäter im März 2019 Moscheen angegriffen und 51 Menschen erschossen.

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