Nach Platzierung in den "Forbes"-Top-10 : "Helene wer?" Das Ausland rätselt über Deutschlands Schlager-Königin

Die ausländischen Medien sind sich uneinig, was sie von Helene Fischer halten sollen.
Die ausländischen Medien sind sich uneinig, was sie von Helene Fischer halten sollen.

Helene Fischer landet im aktuellen "Forbes"-Ranking der bestverdienenden Musikerinnen weltweit auf Platz acht.

svz.de von
22. November 2018, 18:01 Uhr

Hamburg | Zusammen haben sie in den vergangenen Monaten rund 500 Millionen US-Dollar eingenommen: Die zehn bestverdienenden Musikerinnen der Welt. Neben Popstars wie Katy Perry, Beyoncé, Lady Gaga und Rihanna taucht im aktuellen Ranking des Wirtschaftsmagazins "Forbes" auch ein Name auf, der international nicht ganz so bekannt ist: Helene Fischer. Die deutsche Schlagersängerin landet mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 32 Millionen US-Dollar weltweit auf Platz acht. Einige internationale Medien fragen sich nun: Wer das ist, diese Helene Fischer?

Weiterlesen: "Forbes"-Liste: Helene Fischer macht mehr Umsatz als Britney Spears

"Helene Fischer, Schlager-Superstar: Die reichste Sängerin, von der Sie nie gehört haben", überschreibt der britische "Guardian" einen Artikel, in dem auf Spurensuche gegangen wird: "Auf Platz acht, direkt hinter Rihanna und über Céline Dion sowie Britney Spears steht Helene Fischer. Wer?"

Nach dem Lesen umfangreicher Interviews habe die Redakteurin lediglich herausgefunden, dass Helene Fischer Butter liebe und überrascht gewesen sei, als sich ihr Freund Florian Silbereisen ihr Gesicht auf den Arm tätowieren ließ.

In Lederhosen und mit Helene-Fischer-Tattoo auf dem Oberarm: Florian Silbereisen. Foto: imago/Susanne Hübner
imago/Susanne Hübner
In Lederhosen und mit Helene-Fischer-Tattoo auf dem Oberarm: Florian Silbereisen. Foto: imago/Susanne Hübner

Ihre Musik? "Offen gesagt furchtbar"

Die deutsche Schlagerszene beschreibt sie im "Guardian" als einen Sound, der in zwei Richtungen geht – auf der einen Seite gebe es den Bierhallen-Schwof, der sich mit Themen wie Bier, Mädchen und der Bundesrepublik auseinandersetze, auf der anderen Seite den von Helene Fischer: "Die treue Frau, deren Herz holpert und Atem stehenbleibt, wenn sie an ihren hingebungsvollen Mann denkt und ihre weibliche Schwäche zeigt, um seine Schutzinstinkte anzusprechen."

Musikalisch habe Fischer dem Schlager zwar ein frisches ein Synthie-Pop-Update verpasst, als sei sie die deutsche Taylor Swift. Laut Einschätzung des "Guardian" sei ihre Musik aber dennoch "offen gesagt furchtbar." Den englischsprachigen Markt wolle sie zumindest nicht erobern, wie die Recherchen der Journalistin ergeben haben – und die so zum Fazit gelangt: "Thank Gott."

"Es ist die Aufgabe der Amerikaner, mehr über Helene Fischer herauszufinden"

Das New Yorker Modemagazin "Paper" kommt zu der Erkenntnis, dass ein Googeln nach Helene Fischer mehr Fragen als Antworten aufwerfe. Zumindest zeigt man sich dort aber beeindruckt, wie sie es trotz ihrer Voraussetzungen zu diesem Erfolg geschafft hat. "Zum einen wurde sie in Sibirien geboren. Sibirien!" Außerdem habe sie lediglich 556.000 Instagram-Abonnenten. Das sei zwar beeindruckend, aber nicht mit den 73,5 Millionen Abos von Katy Perry vergleichbar. Es sei nach Meinung des "Paper"-Magazins nun die Aufgabe der Amerikaner, mehr über Helene Fischer herauszufinden – nicht andersherum. Schließlich sei sie eine der bestbezahlten Musikerinnen weltweit, noch vor Britney Spears, Ariana Grande, Selena Gomez und Mariah Carey.

Ihre Musik bezeichnen die New Yorker als "kitschig-eingängigen Eurodisco-Beat" – und damit sich der Amerikaner ein noch besseres Bild machen kann, haben die "Paper"-Redakteure neben zwei Videos der Schlagersängerin auch gleich noch eins ihres Freundes Florian Silbereisen mit in den Artikel geklinkt:

Zumindest – so die Meinung des Magazins – sehe Silbereisen aber gut in Lederhosen aus.

"Zu beschäftigt damit ist, ihre Euro zu zählen"

Schon vor dem Erscheinen des "Forbes"-Rankings hat die Tageszeitung "Fort Worth Star-Telegram" aus dem US-Bundesstaat Texas das Phänomen Helene Fischer einen Artikel gewidmet. Vor einem Jahr schrieb dort ein Journalist, Fischer sei zwar in Amerika fast komplett unbekannt – in Deutschland dagegen "anscheinend beliebter als Fahrzeuge von Volkswagen". Er selbst habe die Schlagersängerin bei einem Konzert in Leipzig live gesehen und beschreibt detailliert und mehr als begeistert, wie er diesen Abend erlebt hat.

Warum sie also nicht auch den Schritt nach Amerika wage, fragt er sich zum Ende des Artikels – und gibt gleich eine mögliche Antwort mit: Vielleicht sei einfach der Grund, "dass Fischer zu beschäftigt damit ist, ihre Euros zu zählen, um an Dollars interessiert zu sein."

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