Diskussion um Freizügigkeit : Ministerin in Latex: Am Kleid von Dorothee Bär scheiden sich die Geister

Andreas Scheuer (rechts) zeigte sich begeistert vom Outfit seiner Parteikollegin Dorothee Bär.
Andreas Scheuer (rechts) zeigte sich begeistert vom Outfit seiner Parteikollegin Dorothee Bär.

Ein freizügiges Latexkleid sorgt für Aufregung – und einen Zwist auf offener Bühne.

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10. April 2019, 11:58 Uhr

Berlin | "Ich hab mir gedacht: Was ist die Berliner Variante für das Dirndl? Und dann bin ich auf das hier gekommen." So erklärt Digitalstaatsministerin Dorothee Bär ihre Kleiderwahl bei der Gala zum Deutschen Computerspielpreis, die für viele Reaktionen gesorgt hat. Die CSU-Politikerin zeigte sich in einem mit mehreren Gürtelschnallen besetzten Latexkleid – bestehend aus einem schillernden hellblau-rosa Rock und einem pinken Oberteil.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der seine Parteikollegin begleitete, entschied sich dagegen für "die analoge Variante" – Anzug und Krawatte. "Weil ich eh nicht mithalten kann mit der bezaubernden Doro Bär", so seine Erklärung. Das Kleid wurde von der österreichischen Designerin Marina Hoermanseder entworfen, die auch schon Outfits für Lady Gaga designte.

Streit auf offener Bühne

Tatsächlich gehen die Reaktionen auf das an eine Superheldin erinnernde Kleid sehr weit auseinander: Von Lob auf der Instagramseite der 40-Jährigen – "Richtig heißes Outfit. So macht Politik wieder Spaß" – zu herber Kritik auf Twitter, sie sei dem Amt nicht würdig und ein solches Kleid als Repräsentantin der Bundesrepublik einfach nur geschmacklos.

Auch auf der Gala war das Outfit bereits Thema. Comedian Enissa Amani konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Ich hatte etwas Sorge, ob mein Kleid ein bisschen zu freizügig oder zu unangebracht ist, aber dann hab ich die Frau Staatsministerin gesehen." Lachen aus dem Publikum. "Kleiner Spaß, Sie sehen ganz zauberhaft aus. Wirklich nur ein kleiner Spaß." Die Kamera schwenkt auf Dorothee Bär, wie im Video der Verleihung auf Youtube zu sehen ist. "Oh Gott, sie ist sauer. Sie sehen ganz hübsch aus – und nuttig ist in. Spaaaß!"

Enissa Amani beim Deutscher Computerspielpreis. Foto: imago/Gartner
imago/Gartner
Enissa Amani beim Deutscher Computerspielpreis. Foto: imago/Gartner

Dorothee Bär konterte später im Gespräch mit Moderatorin Ina Müller. "Es stört mich nicht, was Enissa Amani gesagt hat, weil missglückte Gags mit einem 'War doch nur Spaß' zu kontern, sind Andi und ich von Horst Seehofer seit Jahren gewöhnt."

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