Fall aus Hannover : Junge bleibt mit Zunge in Flasche stecken – Arzt rettet ihn mit Trick

In Hannover ist ein Siebenjähriger beim Saftauslecken mit der Zunge in einer Glasflasche steckengeblieben.
In Hannover ist ein Siebenjähriger beim Saftauslecken mit der Zunge in einer Glasflasche steckengeblieben.

Zunächst hatten die Ärzte vergeblich versucht, den Flaschenrand gleitfähig zu machen sowie das Vakuum zu entlasten.

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01. November 2019, 05:47 Uhr

Hannover | Das Missgeschick sieht lustig aus, ist aber lebensbedrohlich: In Hannover ist ein siebenjähriger Junge beim Saftauslecken mit der Zunge in einer Glasflasche steckengeblieben. In der Notaufnahme des Kinder- und Jugendkrankenhauses Auf der Bult befreiten ihn die Ärzte Christoph Eich und Simone Arndt mit einem simplen Trick, wie sie in der jüngsten Ausgabe des "European Journal of Anaesthesiology" schildern.

Die Mediziner schoben vorsichtig eine dünne Kunststoffkanüle zwischen Zunge und Flaschenhals und spritzten 60 Milliliter Luft hinein. Durch den Überdruck wurde die violett verfärbte Zunge herausgedrückt, die stark angeschwollen war. Der Junge blieb noch 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik, nach 14 Tagen war von dem Bluterguss und der Schwellung nichts mehr zu sehen.

Simpel, effektiv, sicher

Wie häufig Kinder mit der Zunge in Flaschen steckenbleiben, ist nicht bekannt. In den meisten Fällen, die in der Fachliteratur beschrieben wurden, mussten die Flaschen aus Glas, Plastik oder Metall zerschnitten werden, teils mit Hilfe der Feuerwehr. "Das bedeutet eine höhere Verletzungsgefahr", sagte Eich. Zudem habe es in früheren Fällen eine Vollnarkose, eine örtliche Betäubung oder sogar Intubationen gegeben. Die Überdruck-Methode sei dagegen simpel, effektiv und sicher.

Die Zunge hatte sich bereits deutlich verfärbt. Foto: dpa
picture alliance/dpa
Die Zunge hatte sich bereits deutlich verfärbt. Foto: dpa


Zunächst hatten die Ärzte in der Notaufnahme vergeblich versucht, den Flaschenrand gleitfähig zu machen sowie das vermeintliche Vakuum zu entlasten. Eich kam dann auf die Idee mit der Luftspritze, weil er mit der gleichen Technik als junger Assistenzarzt einmal eine Weinflasche geöffnet hatte, als kein Korkenzieher zur Hand war.

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