Bilanz der ersten Oktoberfest-Woche : Wiesn-Halbzeit: Von Alkoholvergiftungen, Promis und kuriosen Einsätzen

Bislang strömten rund 3,3 Millionen Menschen auf das Oktoberfest. Foto: imago/Ralph Peters
Bislang strömten rund 3,3 Millionen Menschen auf das Oktoberfest. Foto: imago/Ralph Peters

Die Zwischenbilanz des Oktoberfests bringt erstaunliche Zahlen hervor - nur eines bleibt konstant: Der Bierkonsum.

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01. Oktober 2018, 12:45 Uhr

München | "O'zapft is'" ist der traditionelle Spruch, den der Münchner Oberbürgermeister jedes Jahr beim Anstich des Oktoberfestes von sich gibt. Der Zusatz "Auf eine friedliche Wiesn" hat sich in diesem Jahr glücklicherweise weitgehend bewahrheitet. Das geht zumindest aus der offiziellen Halbzeitbilanz des 185. Oktoberfestes hervor.

Trotz gestiegener Besucherzahlen – mit rund 3,3 Millionen Besuchern wanderten in der ersten Woche rund zehn Prozent mehr Menschen über die Feststraßen der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt als im vergangenen Jahr – ist die Zahl der Delikte zurückgegangen. "Wir haben praktisch in allen Bereichen sinkende Fallzahlen", erklärte Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins. Statt der 919 Einsätze 2017 seien in diesem Jahr im selben Zeitraum nur 869 zu verzeichnen. Die erfassten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten seien um 13,6 Prozent von 550 auf 476 zurückgegangen. Dennoch überschattet der tödliche Ausgang einer Schlägerei das Fest: Ein Mann verstarb nach einer Handgreiflichkeit mit einem anderen Wiesnbesucher. Bei den bisher zwei gemeldeten Vergewaltigungen konnte die Polizei die mutmaßlichen Täter dingfest machen. Die Zahl der Sexualdelikte (sexuelle Belästigung, "Grapschen") sei von 34 auf 21 zurückgegangen.

Kriminalitätsstatistik auf dem Oktoberfest:

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Anstatt sich gesetzeswidrig zu verhalten, verlustieren sich die Oktoberfestbesucher in diesem Jahr offenbar lieber an dem reichhaltigen kulinarischen Angebot, das in den Festzelten und Fressbuden geboten wird. Der Bierkonsum ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben, ohne dass Wiesn-Chef Josef Schmid hier genaue Zahlen vorlegen kann. Dafür berichtet er in seiner Zwischenbilanz, es sei augenscheinlich, dass "die Besucher gesteigerten Wert auf das Essen legen."

So wurden in der Ochsenbraterei bislang 70 Ochsen verspeist – im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt 60. In der Kalbsbraterei wurden insgesamt 29 Kälber aufgegessen – das sind acht mehr als im Vorjahr. Zudem erfahre "die Zuckerwatte eine erstaunliche Renaissance", berichtet Schmid.

Alle Hände voll zu tun für die Sanitäter

Das Zwischenfazit der ersten Wiesnwoche fällt auch deshalb allerorten so positiv aus, weil das Wetter in diesem Jahr mitspielt. Bis auf den ersten Sonntag, als Sturm "Fabienne" für Turbulenzen sorgte und einen großen Zaun umwehte, herrschte überwiegend Sonnenschein. Zufrieden sagt Josef Schmid, der zugleich auch zweiter Bürgermeister der Stadt ist: "Das Oktoberfest ist wieder ein Volksfest für alle geworden: mehr Familien, viele Kinder und auch ältere Semester flanierten bei Sonnenschein gemütlich über die Feststraßen."

Obwohl die erste Woche des Oktoberfestes überwiegend idyllisch verlief, haben die Rettungssanitäter alle Hände voll zu tun: Bislang mussten rund 2800 Menschen medizinisch versorgt werden. Von Übelkeit nach dem Fahren von Achterbahnen, Schnittverletzungen von Ballerinas oder Flip Flops tragenden Besuchern bis zur Alkoholvergiftung ist alles dabei – bislang tranken rund 400 Menschen so viel, dass sie mit einer Alkoholvergiftung auf der Sanitätsstation landeten.

#Wiesnwache: Die kuriosesten Polizeimeldungen

Unter dem Hashtag #wiesnwache dokumentiert die Münchner Polizei auf Twitter ihre Einsätze. Mal seriös, mal mit einem Augenzwinkern. Wir haben hier einige kuriose Fälle und Tweets zusammengestellt:



Diese Promis besuchten 2018 schon die Wiesn


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