Möglicherweise sensible Daten erbeutet : Hackerangriff auf Bundeswehr-Fuhrparkservice

Hacker könnten sensible Daten des Verteidigungsministeriums oder des Bundestages erbeutet haben.
Hacker könnten sensible Daten des Verteidigungsministeriums oder des Bundestages erbeutet haben.

Hacker haben einen Cyberangriff auf die Servicegesellschaft für den Fuhrpark der Bundeswehr verübt.

von
15. August 2020, 17:53 Uhr

Berlin | "In der vergangenen Woche gab es einen Angriff eines noch nicht identifizierten Externen auf das IT-Netz des Unternehmens", teilte das Verteidigungsministerium am Samstag mit. Der Vorfall sei dem Ministerium am 13. August gemeldet worden und werde derzeit intensiv untersucht. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" berichtet.

Die Gesellschaft gehört zu 75,1 Prozent dem Verteidigungsministerium und zu 24,9 Prozent der Deutschen Bahn AG. Sie übernimmt auch den Fahrdienst des Deutschen Bundestags.

Mehr zum Thema

Verbindungen zum Bundestag sind gekappt

Alle Netzverbindungen nach außen und in Richtung der Kunden – Verteidigungsministerium, Bundeswehr, Deutscher Bundestag – seien "unmittelbar gekappt" worden, so das Ministerium. "Außerdem hat die Geschäftsführung ein Unternehmen eingeschaltet, das auf die Analyse und Behebung von Schäden bei Vorfällen dieser Art spezialisiert ist", hieß es weiter. Das Verteidigungsministerium habe der Geschäftsführung umgehend seine Unterstützung angeboten.

Ein Team des "Cyber Emergency Response Teams" (CERT), IT-Spezialisten der Bundeswehr, seien vor Ort im Einsatz. Das CERT des Bundes beim Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist ebenfalls durch die Bundeswehr informiert worden. Verbindungen in das Bundeswehrnetz seien untersucht worden. Nach aktuellem Kenntnisstand habe es keinen Schaden gegen. Die Analyse und Ermittlungen liefen weiter.

Chauffeurfahrten für den Bundestag

Im vergangenen Jahr gab es nach dem "Bild am Sonntag"-Bericht zufolge 142 000 Chauffeurfahrten für die Abgeordneten. Das Unternehmen habe den Bundestag am Freitag über den Angriff informiert. Damit könnten die Angreifer sensible Daten wie private Wohnadressen von Bundestagsabgeordneten erbeutet haben.

Die Bundestagsverwaltung informierte in einem Schreiben, das "Bild am Sonntag" vorlag, die Fraktionen. Darin heißt es: "Der Angreifer und die konkreten Ziele seines Angriffs sind nicht bekannt. Es ist derzeit weder bekannt, wann eine erstmalige Kompromittierung der Rechenzentren stattfand, ob Daten manipuliert wurden oder ob Daten abgeflossen sind."

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen