Nach Großalarm in einer Sparkasse : Drei Festnahmen am Frankfurter Hauptbahnhof

Polizisten sichern das Gelände rund um den Frankfurter Hauptbahnhof.
Polizisten sichern das Gelände rund um den Frankfurter Hauptbahnhof.

Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es einen schweren Einbruch in eine Sparkasse. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen.

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02. August 2019, 20:27 Uhr

Frankfurt | Wegen eines Fahndungseinsatzes der Polizei ist der Frankfurter Hauptbahnhof am Freitagnachmittag für rund eine Stunde gesperrt worden. Grund war nach Polizeiangaben ein Einbruch in einer Sparkasse an der Nordseite des Hauptbahnhofs. Mehrere Täter waren nach Polizeiangaben in einen Raum mit Wertschließfächern eingedrungen, was einen Alarm auslöste. Wegen der Fahndung nach ihnen wurde der Zugverkehr eingestellt.


"Wir sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort", teilte das Polizeipräsidium bei Twitter mit. Die Polizei rief zwischenzeitlich dazu auf, den Bereich rund um den Hauptbahnhof zu meiden. Gegen 16.30 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben.


Möglicherweise noch Täter auf der Flucht

Vor der Sparkasse teilte Polizeisprecher Thomas Hollerbach die Festnahme von bisher drei Tatverdächtigen mit. "Ein Alarm bei den Wertschließfächern wurde ausgelöst", sagte er. Dadurch sei der umfangreiche Polizeieinsatz ausgelöst worden. "Es gab keinen Kontakt zwischen den Bankangestellten und den Tatverdächtigen."

Wer die Tatverdächtigen sind, ob sie bewaffnet waren, ob sie etwas erbeutet hatten – all das blieb zunächst offen. Die Polizei konnte am frühen Abend auch nicht ausschließen, dass noch weitere, möglicherweise bewaffnete Täter auf der Flucht waren.

Auf die Filiale der Frankfurter Sparkasse an der Düsseldorfer Straße gab es einen Überfall.
dpa/Arne Dedert
Auf die Filiale der Frankfurter Sparkasse an der Düsseldorfer Straße gab es einen Überfall.


Die Täter hätten die Flucht ergriffen, zunächst in einem Fahrzeug, dann zu Fuß. Bei der Verfolgung gab ein Polizist mindestens einen Schuss ab.

Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug vor dem Bahnhofsvorplatz. Der schwarze BMW mit Berliner Kennzeichen ist ziemlich zerbeult, alle Airbags sind ausgelöst. Gegen 18 Uhr wird er abgeschleppt.
dpa/Frank Rumpenhorst
Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug vor dem Bahnhofsvorplatz. Der schwarze BMW mit Berliner Kennzeichen ist ziemlich zerbeult, alle Airbags sind ausgelöst. Gegen 18 Uhr wird er abgeschleppt.


Eine Sprecherin der Bundespolizei hatte zuvor gesagt, Täter seien in den Hauptbahnhof geflohen. Daher sei der Zugverkehr eingestellt worden. In welche Richtung die Täter jeweils flohen und wie, konnte sie nicht sagen. Über Verletzte lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Der Notruf sei um kurz nach 15 Uhr eingegangen.

Polizisten rangen nach Augenzeugenberichten auf der Südseite des Bahnhofes einen Mann nieder und fesselten ihn. Ob es sich um einen der gesuchten Täter handelte, war zunächst unklar. Auch Spezialeinsatzkräfte waren im Einsatz.

Verspätungen und Zugausfälle

Die Bahn erklärte nach Aufhebung der Sperrung, es könne noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen, bis "alles sortiert" sei. Dies erklärte auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für den Regionalverkehr. Die Situation im Bahnhof selbst war am Freitagnachmittag ruhig, von Panik war keine Spur. Per Lautsprecherdurchsagen wurden die Reisenden informiert, dass es wegen eines Polizeieinsatzes zu Verzögerungen komme. Am Abend normalisierte sich dann die Situation. Es gebe keine Verspätungen und Ausfälle mehr, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Die Situation im Bahnhof blieb ruhig, von Panik bei den Bahnreisenden keine Spur.
dpa/Arne Dedert
Die Situation im Bahnhof blieb ruhig, von Panik bei den Bahnreisenden keine Spur.


Zweiter größerer Polizeieinsatz binnen weniger Tage

Damit ist der Frankfurter Hauptbahnhof schon zum zweiten Mal binnen weniger Tage der Schauplatz eines größeren Polizeieinsatzes. Am Montag hatte dort ein 40-Jähriger eine Mutter und ihren achtjährigen Sohn vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Während die Mutter sich retten konnte, wurde der Junge von dem ICE überrollt und getötet. Ein in der Schweiz lebender Eritreer wurde als mutmaßlicher Täter festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. (Weiterlesen: Kind vor ICE geschubst: Tatverdächtiger kommt vor den Haftrichter)

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