Vergiftete Arznei : Nach Todesfällen: Behörden schließen drei Kölner Apotheken

2Bei der Untersuchung zweier Todesfälle in Köln, die auf ein Glukosemittel aus einer Apotheke zurückgehen sollen, sind die Ermittler auf einen toxischen Stoff gestoßen.
2Bei der Untersuchung zweier Todesfälle in Köln, die auf ein Glukosemittel aus einer Apotheke zurückgehen sollen, sind die Ermittler auf einen toxischen Stoff gestoßen.

Die Ermittlungen zum Tod der Mutter und ihres Babys gehen weiter. Nun wurden drei Apotheken geschlossen.

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26. September 2019, 09:14 Uhr

Köln | Nach dem Tod einer 28-jährigen Kölnerin und ihres per Notkaiserschnitt geborenen Babys haben die Behörden in Nordrhein-Westfalen die Schließung von drei Apotheken in Köln angeordnet. Die Maßnahme diene dem vorbeugenden Gesundheitsschutz der Bürger, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Düsseldorf mit. Bei einer der geschlossenen Apotheken handelt es sich demnach um jene, in der eine Glukoselösung mit giftigen Substanzen verseucht wurde. Die beiden anderen Apotheken gehören zum selben Apothekenverbund.

Eine 28-jährige Schwangere aus Köln war nach der Einnahme von Traubenzucker bei einem sogenannte Glukosetoleranztest in einer Frauenarztpraxis in eine Klinik eingeliefert worden und gestorben. Die Ärzte nahmen bei der Frau noch einen Notkaiserschnitt vor, das Neugeborene starb jedoch am vergangenen Freitag ebenfalls. Eine weitere Frau hatte nach der Einnahme des gleichen Mittels schwere gesundheitliche Beschwerden. Nach Informationen des "WDR" war in dem Glukose-Präpara ein Narkosemittel enthalten

Giftigen Stoff in Glukosebehälter gefunden

Die Glukose wurde in beiden Fällen aus einer Apotheke in Köln-Longerich bezogen. Die Ermittler entdeckten in einem Glukosebehälter der Apotheke einen toxischen Stoff. Die Behörden warnten vor der Einnahme von dort gekauften Glukosesubstanzen.

Die Ermittlungen zum Tod der Mutter und ihres Babys gehen weiter. "Wir versichern, dass wir alles daran setzen werden, diese Ereignisse aufzuklären. Da arbeiten wir mit Hochdruck dran", sagte der Leiter der Kriminalinspektion, Andreas Koch. Nach der Mutter ist nun auch das tote Baby obduziert worden. "Auch der Säugling ist an multiplem Organversagen gestorben", sagte Staatsanwalt Ulrich Bremer am Mittwoch. Die gleiche Todesursache hatten die Ermittler bereits für die Mutter des Babys bekanntgegeben.

Eine 28-jährige Kölnerin war in der vergangenen Woche gestorben, nachdem sie eine Glukose-Mischung aus einer Kölner Apotheke zu sich genommen hatte, die Teil eines Routine-Tests auf Diabetes in der Schwangerschaft gewesen sei. Auch das ungeborene Baby, das man noch durch einen Kaiserschnitt zu retten versuchte, kam ums Leben.

Mordermittlungen gegen Unbekannt

Dem NRW-Gesundheitsministerium zufolge konnte bislang nicht abschließend ermittelt werden, wer die Verantwortung für die Verunreinigung trägt und ob es sich möglicherweise um eine absichtliche Manipulation handelt. "Da eine Gefährdung weiterer Kunden durch von der Apotheke abgegebene Arzneimittel nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, ist die vorrübergehende Schließung des gesamten Apothekenbetriebs erforderlich", erklärte das Ministerium. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt wegen eines Tötungsdelikts.


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