Straßenblockaden im ganzen Land : Frankreich: Eine Tote und über 200 Verletzte bei Spritpreis-Demos

Demonstranten blockieren aus Protest gegen höhere Spritpreise eine Autobahnausfahrt bei Marseille.
Demonstranten blockieren aus Protest gegen höhere Spritpreise eine Autobahnausfahrt bei Marseille.

Schon zu Beginn werden die Proteste durch den Tod einer Demonstrantin im Südosten des Landes überschattet.

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17. November 2018, 21:13 Uhr

Grenoble | Bei Protesten und Straßenblockaden wegen hoher Spritpreise ist in Frankreich eine Frau ums Leben gekommen. Bis zum Samstagabend wurden zudem über 200 Menschen verletzt, fünf von ihnen schwer, wie es bei einer live übertragen Lagebesprechung zwischen Innenminister Christophe Castaner und Sicherheitskräften hieß. 117 weitere Menschen wurden demnach festgenommen, 73 befinden sich in Polizeigewahrsam. Insgesamt hätten im Land rund 283.000 Menschen an rund 2000 Protestaktionen teilgenommen, sagte Innenminister Castaner laut der Nachrichtenagentur AFP


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Mehrere Zwischenfälle ereigneten sich, als Autofahrer versuchten, ihre Wagen durch Straßenblockaden zu steuern. Bei dem tödlichen Unfall nördlich von Grenoble geriet eine Autofahrerin in Panik, als Demonstranten auf ihr Dach trommelten, wie der zuständige Präfekt sagte. Die Frau gab Gas und überfuhr eine Teilnehmerin der Protestaktion, die kurz darauf starb. Die Fahrerin wurde Berichten zufolge in Polizeigewahrsam genommen. Auch in Arras im Norden des Landes wurde ein Demonstrant Berichten zufolge umgefahren. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus.


Sicherheitskräfte im Einsatz

Die Bewegung "Gilets Jaunes" (gemeint: Warnwesten) hat für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen aufgerufen. Innenminister Castaner sprach von mehr als 2000 Protestaktionen. Medienberichten zufolge sind die wenigsten der Aktionen offiziell angemeldet. Der Protest richtet sich unter anderem gegen von der Mitte-Regierung geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel.



3000 zusätzliche Sicherheitskräfte waren in ganz Frankreich im Einsatz, wie der französische Sender BFMTV unter Berufung auf Polizeikreise berichtete.




Große Unterstützung in der Bevölkerung

Castaner hatte die Demonstranten bereits am Dienstag gewarnt. "Überall, wo es eine Blockade geben wird – und damit ein Risiko für Sicherheitseinsätze und auch den freien Verkehr –, werden wir einschreiten", sagte er im Sender BFMTV.



Die "Gilets Jaunes" sind dezentral organisiert, es gibt keinen offiziell Verantwortlichen. Auf Facebook-Seiten haben unzählige Menschen ihre Teilnahme an den Aktionen angekündigt. Der Name der Bewegung geht auf die gelben Warnwesten zurück, die auch französische Autofahrer immer dabeihaben müssen. Eine Online-Karte zeigt Hunderte geplante Aktionen. In der Bevölkerung genoss der Protest vorab eine große Zustimmung: Laut einer Umfrage für den Sender France unterstützen drei Viertel der Franzosen die "Gilets Jaunes".



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