Obduktion nach Unglück in Frankfurt : Sechsjähriger in Kita gestorben: Keine Hinweise auf defekte Elektronik

Nach dem Tod eines Sechsjährigen in einer Frankfurter Kita ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Nach dem Tod eines Sechsjährigen in einer Frankfurter Kita ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Ein Junge verletzt sich in seiner Kita so schwer, dass er stirbt. Die Ursache ist auch Tage später noch unklar.

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31. Oktober 2019, 17:01 Uhr

Frankfurt | Nach dem Tod eines sechs Jahre alten Jungen in einer Frankfurter Kindertagesstätte hat die rechtsmedizinische Untersuchung Hinweise auf einen Stromschlag ergeben. "Es deutet alles auf einen Stromtod hin", sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Freitag. Es handele sich aber um ein vorläufiges Ergebnis, denn es seien keine sichtbaren Spuren eines Stromschlages am Körper des Jungen gefunden worden. Weitere Untersuchungen müssten deshalb folgen.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Sachverständige des Landeskriminalamts seien vor Ort gewesen und hätten zunächst festgestellt, dass eine Steckdose aus der Wand herausragte und ein Kabel lose gewesen sei. Ob dies durch eine Berührung des Jungen zustande gekommen sei, sei aber unklar. Es werde weiter wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. "Wir prüfen, ob jemand seine Sorgfaltspflicht verletzt hat", sagte Niesen. Bisher liefen die Ermittlungen gegen Unbekannt.

Der Sechsjährige war am Dienstagnachmittag in der Kita im Stadtteil Seckbach tödlich verletzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb er kurze Zeit später im Krankenhaus. Die Stadt hatte am Donnerstag erklärt, eine Sicherheitsbegehung des Kita-Gebäudes durch die Unfallkasse Hessen sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass der Betrieb des Kinderzentrums wieder aufgenommen werden könnte". Die anderen Kinder sollten bis dahin auf weitere Einrichtungen verteilt werden.

Kita überprüft und freigegeben

Die Unfallkasse Hessen (UKH) erklärte am Freitag auf Anfrage, dass die Kita durch einen ihrer Experten am Donnerstag begutachtet worden sei. Der Präventionsbeauftragte sei vor Ort gewesen und habe sich ein Bild von der Situation gemacht, sagte eine Sprecherin der UKH am Freitag in Frankfurt. Die betreffende Kita sei überprüft und als sicher freigegeben worden. Weitere Angaben machte sie nicht, da die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen seien.

Derzeit könne jedoch niemandem die Schuld an dem tödlichen Unfall zugesprochen werden. "Wann dieses Kind Kontakt mit Strom gehabt hat, ist völlig unklar", sagte sie. "So einen tödlichen Unfall in einer Kita hatten wir noch nie – das ist unglaublich."

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Elektrische Anlagen auf "höchstem Standard der Kindersicherung"

Die Stadt hat am Freitag schließlich die Vorwürfe mangelnder Sicherheit zurückgewiesen. "Nach derzeitigen Erkenntnissen der Stadt gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass es an den elektrischen Anlagen vor dem Unglück einen Defekt gab", erklärte der Sprecher des zuständigen Dezernats, Jan Pasternack, am Freitag.

Nach Überprüfungen hätten die Steckdosen und elektrischen Anlagen "dem höchsten Standard der Kindersicherung" entsprochen und seien fest montiert gewesen. In der Kita habe es in den Sommerferien Bauarbeiten gegeben. "Die baulichen Maßnahmen an der Elektrik wurden abgeschlossen und ordnungsgemäß abgenommen", erklärte der Sprecher.

Der Sechsjährige war am Dienstagnachmittag in der Kita tödlich verletzt worden. Die rechtsmedizinische Untersuchung hatte Hinweise auf einen Stromschlag ergeben. "Es deutet alles auf einen Stromtod hin", sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Freitag.

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