Harvey Weinstein, Kevin Spacey und Co. : Folgen von #Metoo: 201 mächtige Männer verloren ihren Job

Filmproduzent Harvey Weinstein muss wegen sexueller Belästigungen, die durch #Metoo bekannt wurden, mit strafrechtlichen Folgen rechnen.
Filmproduzent Harvey Weinstein muss wegen sexueller Belästigungen, die durch #Metoo bekannt wurden, mit strafrechtlichen Folgen rechnen.

Die #Metoo-Bewegung brachte mächtige Männer zu Fall. Fast die Hälfte ihrer Jobs besetzten Frauen.

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25. Oktober 2018, 15:20 Uhr

New York | Die #Metoo-Debatte hatte mit Filmproduzent Harvey Weinstein und US-Schauspieler Kevin Spacey ihre prominentesten Opfer. Aber es gab noch deutlich mehr mächtige Männer, denen öffentliche Anklagen wegen sexueller Belästigungen zum Verhängnis wurden. Laut einem Bericht der "New York Times" waren es 201 Prominente, die #Metoo ihren Job kostete. Einige von ihnen müssen sogar – wie auch Harvey Weinstein – mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

 

Bevor der Fall Weinstein öffentlich wurde, waren es laut "New York Times" noch weniger als 30 mächtige Männer, die nach öffentlichen Anschuldigungen wegen sexueller Verfehlungen zurücktraten oder entlassen wurden. Ein bekannter Fall ist etwa der Sturz von Fox-Moderator Bill O'Reilly im April 2017.

Für fast die Hälfte der Männer, die durch #Metoo ihren Job verloren, wurden Frauen eingestellt. Davon war ein Drittel in den Medien tätig, ein Viertel in der Regierung und ein Fünftel im Bereich Kunst und Unterhaltung.

Zum Beispiel ersetzte Robin Wright Kevin Spacey als Hauptdarsteller in "House of Cards", Emily Nemens kam für Lorin Stein zu "The Paris Review" und Tina Smith löste Al Franken als Senator in Minnesota ab.

Schauspieler Kevin Spacey als US-Präsident Underwood und Robin Wright in der TV-Serie 'House of Cards'.
David Giesbrecht/AP/dpa
Schauspieler Kevin Spacey als US-Präsident Underwood und Robin Wright in der TV-Serie "House of Cards".

Auch die Amazon Studios bekamen anstelle für Roy Price eine neue Leiterin. Jennifer Salke trat mit der Devise an: Amazon brauche mehr "große, süchtig machende Shows für Frauen".

Laut "New York Times" zeigten Forschungsergebnisse, dass Führung durch Frauen stärker darauf bedacht sei, ein respektvolleres Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Belästigung weniger gedeihen könnte und wo sich Frauen wohl fühlten. Weibliche Führungskräfte neigten dazu, mehr Frauen einzustellen und zu fördern. Auch brächten sie ihre Lebenserfahrungen- und perspektiven in die Entscheidungsfindung mit ein. Das könne der Wirtschaft helfen, weil Frauen die große Mehrheit der Kaufentscheidungen träfen. Doch: Frauen müssten sich immer noch in einem von Männern dominierten System behaupten.

Von den 201 Männern, die #Metoo zu Fall brachte, hätten laut "New York Times" mehr als zehn Prozent versucht, ein Comeback zu starten oder zumindest den Wunsch dazu geäußert. Viele der Männer hätten zwar ihren Job verloren, dadurch allerdings nicht an finanzieller Stärke eingebüßt.

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