157 Tote bei Boeing-Absturz : Flugzeugabsturz in Äthiopien: Fünf deutsche Opfer bestätigt

Nichts als Trümmer ist nach dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine am Sonntag geblieben. Foto: dpa/Yidnek Kirubel
Nichts als Trümmer ist nach dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine am Sonntag geblieben. Foto: dpa/Yidnek Kirubel

Eine Boeing 737 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist auf dem Weg nach Nairobi abgestürzt.

von
10. März 2019, 09:38 Uhr

Addis Abeba | Eine Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist nahe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba abgestürzt. An Bord der Boeing 737 waren am Sonntag nach ersten Angaben der Airline 149 Passagiere und 8 Crew-Mitglieder. Alle 157 Menschen an Bord sind dabei ums Leben gekommen.

Karte: Flugzeugabsturz in Äthiopien. Grafik: dpa
dpa-infografik GmbH
Karte: Flugzeugabsturz in Äthiopien. Grafik: dpa

Flug von Addis Abeba nach Nairobi

Die Maschine befand sich demnach auf einem Linienflug zwischen Addis Abeba und Kenias Hauptstadt Nairobi und stürzte etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt ab. Der Funkkontakt zu der Maschine sei wenige Minuten nach dem Start am Sonntagmorgen abgebrochen. Zur Absturzursache war zunächst nichts bekannt.

Weiterlesen: Mann verpasst Unglücksflieger in Äthiopien und erhält "zweite Lebenschance"

Via Twitter sprach das Büro des äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed den Angehörigen sein Beileid aus.

Nicht die erste verunglückte Boeing 737

Die Boeing 737-8 MAX ist der gleiche Flugzeugtyp wie der von der indonesischen Gesellschaft Lion Air, der im Oktober 13 Minuten nach dem Start in Jakarta abgestürzt war. Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben. Zuletzt war ein Passagierflugzeug der Ethiopian Airlines im Jahr 2010 in einen schweren Unfall verwickelt. Damals explodierte eine Boeing 737-800 Nach dem Start im Libanon - 83 Passagiere und sieben Crewmitglieder kamen ums Leben.

Fünf Deutsche an Bord?

An Bord des abgestürzten Flugzeugs in Äthiopien waren nach Angaben der Fluggesellschaft fünf Deutsche. Dies geht aus einer Aufstellung hervor, die Ethiopian Airlines am Sonntag auf Twitter veröffentlichte. Demnach waren auch drei Österreicher an Bord der Maschine, die auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi in Kenia abstürzte.

"Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten", teilte das Ministerium in Berlin mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Deutscher Pfarrer unter den Opfern

Am Montag wurde bekannt, dass ein deutscher Pfarrer unter den Opfern ist. Der 51-jährige Norman Tendis, evangelischer Pfarrer der Gemeinde Sankt Ruprecht bei Villach in Österreich, sei im Auftrag des Weltkirchenrates unterwegs zu einer Konferenz in Nairobi gewesen, hieß es am Montag in einer Kirchenmitteilung. Er hinterlässt den Angaben zufolge eine Frau und drei Kinder.

Im Auftrag des weltweiten Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) war Tendis unterwegs zur UN-Umweltkonferenz, die bis 15. März in Nairobi tagt. Dort sollte er zu einer "Wirtschaft des Lebens" und wirtschaftlicher Gerechtigkeit sprechen. "Tief betroffen und erschüttert" reagierte der österreichische lutherische Bischof Michael Bünker auf die Todesnachricht. "Meine Gedanken und mein aufrichtiges Mitgefühl sind bei Normans Frau Astrid, seinen Kindern und seinen weiteren Angehörigen", so Bünker in einer ersten Stellungnahme.

Selber Flugzeugtyp wie bei Absturz im Oktober

Bei der in Äthiopien abgestürzten Passagiermaschine handelt es sich nach Angaben von Boeing um einen Flieger vom Typ 737 Max 8. Das teilte der Flugzeugbauer am Sonntag mit. Demnach würde es sich um denselben Flugzeugtyp handeln wie bei dem Absturz einer Lion-Air-Maschine im Oktober in Indonesien, bei dem 189 Menschen ums Leben gekommen waren. Boeing äußerte sich dazu konkret zunächst nicht. Bei dem Absturz in Äthiopien kamen am Sonntag alle 157 Insassen ums Leben.

Die chinesischen Fluggesellschaften waren am Sonntag angewiesen worden, selbe Flugzeugtypen (Boeing 737-8 Max) am Boden zu lassen. Auch die nationale Fluggesellschaft Äthiopiens fliegt vorerst keine 737-8 Max mehr. "Auch wenn wir die Unglücksursache nicht genau kennen, haben wir uns entschlossen, diese Maschinen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme am Boden zu belassen", begründete Ethiopian Airlines das Startverbot.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen