Berufliche Auszeit : Neue Studie zu Motiven: Darum nehmen Väter keine Elternzeit

Viele Väter nehmen keine Elternzeit, sondern arbeiten weiter.
Viele Väter nehmen keine Elternzeit, sondern arbeiten weiter.

Zwar pausieren immer mehr Väter ihre Jobs, doch immer noch deutlich weniger als Mütter. Warum ist das so?

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28. August 2019, 14:01 Uhr

Berlin | Väter in Deutschland nehmen noch immer deutlich weniger Elternzeit als Mütter - vor allem aus finanziellen Gründen und weil sie berufliche Nachteile befürchten. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 ist demnach der Anteil junger Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, zwar von 3 auf 37 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu gehen aber mehr als 90 Prozent der Mütter in Elternzeit. Von den Männern, die im Jahr 2018 Elterngeld bezogen, taten dies allerdings fast 72 Prozent nur während des Minimums von zwei Partnermonaten. "Es verwundert daher kaum, dass die Partnermonate im alltäglichen Sprachgebrauch zu Vätermonaten wurden", sagte Studienautorin Claire Samtleben.

Finanzielle Einbußen wichtigstes Motiv

Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt, wenn ein Elternteil nach der Geburt eine berufliche Auszeit nimmt. Zwei zusätzliche Monate kommen hinzu, wenn auch der Partner in Elternzeit geht. Eltern mit höheren Einkommen erhalten 65 Prozent, Eltern mit niedrigeren Einkommen bis zu 100 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens.

Die finanziellen Einbußen sind der DIW-Studie zufolge das wichtigste Motiv von Vätern, auf Elternzeit zu verzichten. Vor allem in Ostdeutschland gebe es bei vielen Familien offenbar "keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des Einkommens des Vaters zu verzichten", erklärte Katharina Wrohlich vom DIW Berlin. Ein weiterer Grund, der von den Vätern oft genannt werde, seien mögliche Nachteile für die berufliche Karriere. Für ihre Studie hatte das DIW die offizielle Elterngeld-Statistik sowie das Beziehungs- und Familienpanel pairfam ausgewertet.

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