Fastenzeit endet am 3. Juni : Muslimischer Fastenmonat Ramadan beginnt: Zeit der Besinnung

Der Ramadan beginnt: Vom 6. Mai bis zum 3. Juni heißt es auch für knapp fünf Millionen Muslime in Deutschland wieder: Fastenzeit.
Der Ramadan beginnt: Vom 6. Mai bis zum 3. Juni heißt es auch für knapp fünf Millionen Muslime in Deutschland wieder: Fastenzeit.

Für viele beginnt am Montag, 6. Mai 2019, die wichtigste Zeit des Jahres.

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05. Mai 2019, 09:00 Uhr

Berlin | Für Muslime in Deutschland beginnt heute der Fastenmonat Ramadan. Zum Beginn des islamischen Fastenmonats am Montag wünscht der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Ramadan. "Ich hoffe, wir können diese wichtigen Wochen des Jahres in Besinnlichkeit und Frieden miteinander begehen und Zeit finden, in der wir einen großen Schritt in Brüderlichkeit aufeinander zugehen", sagte der ZMD-Vorstandsvorsitzende Aiman Mazyek am Freitag in Berlin.

Wann beginnt der Ramadan?

Der Ramadan ist für die meisten Muslime die wichtigste Zeit der Jahres, vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern für Christen. In Deutschland sind geschätzt rund fünf Millionen Muslime zur Enthaltsamkeit während des Tages aufgerufen. Der Fastenmonat Ramadan beginnt in diesem Jahr am Montag, den 6. Mai 2019, und endet am Montag, 3. Juni 2019. Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens wird am 4. Juni begangen.

Kein Essen, kein Trinken, kein Sex

Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islam – das sind Grundpflichten, an die sich Gläubige halten sollen. Der Monat Ramadan, der neunte im islamischen Mondjahr, wandert durch das Kalenderjahr. Der Ramadan beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist.

Im Fastenmonat Ramadan sind muslimische Gläubige aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Abends treffen sie sich oft mit Freunden und Verwandten zum gemeinsamen Fastenbrechen (arabisch: Iftar). Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams. Ausgenommen sind Kinder, Alte und Kranke, Schwangere und Reisende sowie Soldaten im Krieg.

Ramadan – Monat der guten Taten

Der Ramadan ist auch der Monat der guten Taten und der Läuterung von Körper und Seele. Mitmenschlichkeit und Versöhnung stehen im Mittelpunkt, die Gläubigen entrichten die Armensteuer Zakat oder unterstützen Bedürftige. Allerdings gehört der Fastenmonat nicht zu den vier Monaten im islamischen Kalender, in denen Krieg ausdrücklich verboten ist. Denn auch der Prophet Mohammed hat im Ramadan Schlachten geführt und sogar die heilige Stadt Mekka erobert.

Der spirituelle Fastenmonat diene der Besinnung und solle auch genutzt werden, um Bedürftigen zu helfen, sagte die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime (KRM), Nurhan Soykan. Wie viele der Muslime in Deutschland tatsächlich fasten, sei nicht zu beziffern. "Die Muslime werden sich aber wohl mehrheitlich beteiligen", sagte Soykan. Im KRM sind die vier größten Islamverbände in Deutschland zusammengeschlossen.

Die "Nacht der Bestimmung" als Höhepunkt im Ramadan

Höhepunkt ist im letzten Drittel des Fastenmonats die "Lailat al-Qadr", die "Nacht der Bestimmung", in der nach der Überlieferung dem Propheten Mohammed erstmals Verse des Korans offenbart wurden. Viele Muslime beten dann die ganze Nacht durch, da sie auf Vergebung ihrer Sünden hoffen. In den Moscheen finden während des gesamten Monats Koranunterweisungen statt. Abends treffen sich Muslime mit Verwandten und Freunden zum üppigen Essen. In vielen islamischen Ländern verkürzen Geschäfte und Behörden im Fastenmonat die Arbeitszeiten. In einigen Ländern wird das Fasten in der Öffentlichkeit sogar streng überwacht.

Ramadan seit 2008 zur selben Zeit

Seit 2008 begehen in Deutschland alle großen islamischen Gemeinschaften den Ramadan und das Ramadanfest zum selben Zeitpunkt. Hierbei folgten die im Koordinationsrat der Muslime in Deutschland vertretenen Religionsgemeinschaften der von der Organisation der Islamischen Konferenz bereits im Jahre 1978 erarbeiteten Grundlage, dass der neue Monat nach der "Geburt des Neumonds" mit der berechneten möglichen frühesten Sichtung an jedem Ort der Welt beginnt.

Die unterschiedlichen wissenschaftlichen Berechnungsmethoden der Gemeinschaften wurden zugunsten der Einheit der Muslime in Deutschland zurückgestellt. "Die einheitlichen Zeiten führen zur Erleichterung und auch zur besseren Integration gerade in den Bereichen für Schülerinnen und Schüler in den Schulen oder für Bedienstete im öffentlichen Dienst", erklärte Mazyek.

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