Trauer in der Fernsehwelt : "Großstadtrevier"-Darsteller Jan Fedder gestorben

Jan Fedder am Set der ARD-Sendung 'Großstadtrevier'.
Jan Fedder am Set der ARD-Sendung "Großstadtrevier".

Seit 1992 war er als Hamburger Polizist Dirk Matthies zu sehen – nun ist Jan Fedder in seiner Heimatstadt gestorben.

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30. Dezember 2019, 20:34 Uhr

Hamburg | "Um 18.47 ist der Hamburger Ehrenkommissar Jan Fedder tot in seiner Wohnung gefunden worden", teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Der auf St. Pauli aufgewachsene Sohn eines Kneipenbesitzers war ein waschechter Hamburger Jung. Er galt als Volksschauspieler – und das "mit Fug und Recht", wie Fedder einmal selbst sagte.

Vor allem die TV-Vorabendserie "Großstadtrevier" hatte ihn bekanntgemacht: Seit 1992 war er in dem ARD-Dauerbrenner als Hamburger Polizist Dirk Matthies zu sehen. Auch für vier Siegfried-Lenz-Verfilmungen stand er vor der Kamera – für seine Darstellung in "Der Mann im Strom" erhielt er 2006 den Deutschen Fernsehpreis.

Aus der Öffentlichkeit zurückgezogen

Seine erste große Rolle hatte Fedder auf der Leinwand: In Wolfgang Petersens Klassiker "Das Boot" (1981) spielte er Bootsmaat Pilgrim. Ausflüge ins Kino unternahm Fedder später selten, das Fernsehen wurde zu seinem Metier.

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In mehr als 400 Produktionen war er mit von der Partie und machte mit unverwechselbarer Stimme und Akzent norddeutsche Charaktere zu seinem Markenzeichen. Die NDR-Serie "Neues aus Büttenwarder" mit Fedder als Bauer Brakelmann und Peter Heinrich Brix als dessen Kumpel "Adsche" wurde vor allem im Norden Kult.

Nach Angaben des NDR zog er sich in den vergangenen Jahren vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurück. Unter anderem erkrankte er an Mundhöhlenkrebs. 2016 erlitt er bei einem Sturz mehrere Knochenbrüche.

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NDR-Intendant: "Ich bin traurig"

Zum Tod von Jan Fedder

Nach Fedders Tod hat sich der NDR-Intendant Lutz Marmor betroffen gezeigt. "Ich bin traurig", sagte Marmor laut einer Mitteilung seines Senders vom Montagabend. "Jan Fedder war ein Norddeutscher durch und durch: ehrlich, echt, direkt, manchmal raubeinig, aber im Kern herzlich. Ein echter Volksschauspieler." Der NDR habe Fedder viel zu verdanken. "Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn geliebt. Der Tod dieses einzigartigen Schauspielers hinterlässt eine große Lücke." Er drückte Fedders Frau sein Mitgefühl aus.


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