"Es war einmal...das Leben" : "Antisemitisch interpretierbare Sequenz": Beliebte Kinderserie wird überarbeitet

Die Kinderserie 'Es war einmal...das Leben' wird in der deutschen Synchronfassung überarbeitet.
Die Kinderserie "Es war einmal...das Leben" wird in der deutschen Synchronfassung überarbeitet.

Ein Bakterium spricht, während es von einer giftigen Wolke getötet wird, wehklagende jiddische Wörter in einer Folge.

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30. April 2020, 10:58 Uhr

Hamburg | Die deutsche Synchronfassung der seit Jahrzehnten bekannten französischen Kinder-Zeichentrickserie „Es war einmal ... das Leben" über den menschlichen Körper wird an einer Stelle überarbeitet. Hintergrund ist ein jiddischer Ausruf in einer Folge über das Immunsystem, wie der Chef für Marketing und Lizenzankauf bei der NDR-Tochter Studio Hamburg Enterprises, Thore Vollert, am Mittwoch bestätigte. In der Szene sind Bakterien zu sehen, die durch eine giftige Wolke umgebracht werden – ein Bakterium spricht dabei wehklagende jiddische Wörter. Zuvor hatte das Medienmagazin "Übermedien" berichtet.

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Vollert sagte dem Magazin: "Es ist für uns ohne Zweifel nicht akzeptabel, eine in dieser Form tatsächlich leicht als antisemitisch interpretierbare Sequenz weiterhin unkommentiert zu vertreiben". Wie es zu der Verfremdung in der deutschen Fassung kam, lasse sich leider nicht mehr klären, sagte Vollert der dpa. Das Synchronstudio gebe es nicht mehr.

Hinweis auf DVD- und Blu-ray-Produkten

Studio Hamburg Enterprises – für den Vertrieb der Zeichentrickserie in Deutschland zuständig – will nun die Sequenz mit dem französischen Originalton überblenden, weil dort der Ausruf nicht vorkomme, sagte Vollert weiter. In den DVD- und Blu-ray-Produkten wolle man zudem einen Hinweis integrieren, um die Zuschauer zu sensibilisieren. Folgen der Kinderserie sind aktuell zum Beispiel auf der Mediathek von ARD alpha zu sehen.

Journalist entdeckt Sequenz

Die Firma war durch eine Anfrage von "Übermedien" auf die Stelle aufmerksam geworden, wie beide Seiten bestätigten. Der Journalist Stefan Niggemeier von "Übermedien" sagte der dpa, dass er zur Vorbereitung für einen Podcast die Folge gesehen habe und zufällig auf die Sequenz gestoßen sei. Daraufhin habe er sich an die Firma gewandt.

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