34 Festnahmen : Erneute "Gelbwesten"-Proteste in Paris – gewaltsame Auseinandersetzungen

Demonstranten mit gelben Westen stehen neben einem brennenden Fahrrad auf der Champs-Elysees.
Demonstranten mit gelben Westen stehen neben einem brennenden Fahrrad auf der Champs-Elysees.

Olaf Scholz kann sich ähnliche Aktionen auch in Deutschland vorstellen.

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06. Januar 2019, 11:21 Uhr

Paris | Bei den zum Teil gewaltsamen Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung sind am Samstag in Frankreich nach Polizeiangaben 34 Menschen festgenommen worden. Angaben zu verletzten Demonstranten und Polizisten gab es zunächst nicht.

Bei den ersten Protesten im neuen Jahr waren in ganz Frankreich rund 50.000 Menschen auf die Straße gegangen, wie Innenminister Christophe Castaner dem Sender LCI sagte. Das waren mehr als am Wochenende vor Weihnachten, als etwa 39.000 Menschen demonstrierten. In den ersten Wochen der im November begonnenen Proteste waren aber mehr als 280.000 Teilnehmer gezählt worden.

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In Paris kam es am Samstag zu wiederholten Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestlern entlang des linken Seine-Ufers, auf einer Fußgängerbrücke über den Fluss und auf den Champs-Élysées. Die Polizei setzte Tränengas ein, Demonstranten schleuderten Wurfgeschosse in Richtung Polizei. Regierungssprecher Benjamin Griveaux musste am Nachmittag sein Büro verlassen, nachdem Demonstranten mit einer auf der Straße entwendeten Baumaschine das Tor zu seinem Amtssitz eingedrückt hatten.

Scholz kann sich "Gelbwesten"-Proteste auch in Deutschland vorstellen

Vizekanzler Olaf Scholz hält Proteste wie die der "Gelbwesten" auch in Deutschland für möglich. "Es gibt auch in Deutschland ein nicht zu unterschätzendes Gelbwesten-Potenzial", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Bundesfinanzminister der "Bild am Sonntag". Er warnte: "Solche Entwicklungen sollte niemand ignorieren."

Steigende Mieten und Lebenshaltungskosten trieben auch in Deutschland viele Bürger um. "Das geht bis in die Mittelschicht hinein", sagte Scholz. "Wer weiß, ob es nicht Phänomene wie die Gelbwesten bei uns gäbe, wenn es zu einer Jamaika-Koalition gekommen wäre. Die SPD ist in der Regierung der Garant dafür, dass die Bezahlbarkeit des Lebens ein wichtiges Thema der Politik bleibt."

Massenproteste der "Gelbwesten" hatten die französische Regierung in den vergangenen zwei Monaten erheblich unter Druck gesetzt. Im Dezember brachte Präsident Emmanuel Macron eilends ein milliardenschweres Paket mit Sozialmaßnahmen auf den Weg, um den Konflikt zu entschärfen. Ihren Namen haben die Demonstranten von den gelben Warnwesten, die sie während ihrer Kundgebungen und Straßenblockaden tragen.

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