Ermittlungen zu Kindesmissbrauch in Münster : Keine neuen Spuren bei Abriss von Laube gefunden

Mit einem Bagger wurde die Gartenlaube des Verdächtigen im Missbrauchsfall von Münster abgerissen.
Mit einem Bagger wurde die Gartenlaube des Verdächtigen im Missbrauchsfall von Münster abgerissen.

In der Laube des Kleingartenvereins sollen mehrere Männer zwei Jungen schwer missbraucht haben.

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13. Juni 2020, 19:58 Uhr

Münster | Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei die als mutmaßlichen Tatort genutzte Gartenlaube abreißen lassen. Dabei seien am Samstag aber keine neuen Spuren gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Die Beamten suchten nach möglicherweise versteckten Datenträgern. "Wir wollten sichergehen, dass wir auch Verstecke finden, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind", sagte der Sprecher. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte die Laube seit dem Morgen überwiegend von Hand komplett demontiert. Die Suche sei nun beendet, der Schutt werde vernichtet.

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imago images/Kirchner-Media


Am Freitag hatten Spürhunde die Laube nach versteckten Datenträgern durchsucht, aber nichts gefunden. In der Laube des Kleingartenvereins sollen mehrere Männer zwei Jungen schwer missbraucht haben. In der Wohnung der inhaftierten Mutter des Hauptverdächtigen dagegen hatten die Hunde ein Tablet und einen USB-Stick erschnüffelt. Die Datenträger werden nun ausgewertet.

Missbrauchsfall in Münster: Festnahmen von elf Tatverdächtigen

Bei der Abriss-Aktion am Samstag gruben Mitarbeiter des THW zunächst die Erde aus einem Gartenbeet ab und füllten sie in Säcke. Anschließend begannen sie mit dem Abbau einer kleinen Holzhütte, ehe das eigentliche Laubenhäuschen vom Dach abwärts demontiert werden sollte, wie die Polizeisprecherin sagte.

Sehen Sie im Video: Der Hauptbeschuldigte im Missbrauchsfall richtete das Vereins-WLAN ein


Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war vor einer Woche bekanntgeworden – die Kleingartenanlage steht als einer von zwei Tatorten fest. Der 27-Jährige ist bereits zwei Mal wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft. Insgesamt wurden in dem Missbrauchskomplex von Münster bislang elf Verdächtige festgenommen, von denen sieben in Untersuchungshaft sitzen. Sie kommen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und Hessen.

Weiterlesen: Heinz Hilgers: Fehleinschätzungen von Münster wären vermeidbar gewesen

Mehr Präventionsarbeit beim Thema Kindesmissbrauch gefordert

Unterdessen hat der Vorsitzende der Opferschutzorganisation "Weißer Ring", Jörg Ziercke, mehr Präventionsarbeit beim Thema Kindesmissbrauch gefordert. "Die Politik müsste in jedem Bundesland eine Landeszentralstelle Kindeswohl einrichten", sagte der ehemalige Chef des Bundeskriminalamts (BKA) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dort sollte psychologisch geschultes Personal Informationen über Kindesgefährdungen entgegennehmen und ein Team von Mitarbeitern der Gesundheitsämter, von Kinderärzten, Therapieexperten, Staatsanwälten und Kriminalbeamten diese Informationen bewerten."

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