Duisburg : Ermittler nehmen Mutter fest – und entdecken zweite Babyleiche

Polizeispürhund 'Amigo' und ein Polizeihundeführer suchen nach Spuren an einem Altkleidercontainer.
Polizeispürhund "Amigo" und ein Polizeihundeführer suchen nach Spuren an einem Altkleidercontainer.

Nach dem Fund einer Babyleiche in Polen hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen.

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02. Dezember 2018, 14:58 Uhr

Duisburg | Rund zwei Wochen nach dem Fund eines toten Babys aus Duisburg in einer Altkleidersortieranlage in Polen hat die Polizei in der Ruhrgebietsstadt eine weitere Babyleiche entdeckt – und eine 35 Jahre alte Tatverdächtige festgenommen. Das in der Nacht auf Samstag in der Wohnung der Frau gefundene tote kleine Mädchen sei in Laken und Plastiktüten versteckt gewesen, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Sonntag mit.

Die Frau gestand die Geburt dieses Kindes. Sie bestreitet aber nach Angaben der Polizei, etwas mit dem toten Baby aus dem Altkleidercontainer zu tun zu haben. Der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags – wegen des in der Wohnung der Frau im Stadtteil Rumeln gefundenen toten Mädchens. Für weitere Erkenntnisse über das Baby, also etwa, wann es zur Welt kam, müsse die Obduktion abgewartet werden, sagte ein Polizeisprecher. Mehr Informationen über den Fall wollen die Ermittler am Montag mitteilen.

Beweismaterial entdeckt

In der Nacht auf Samstag habe die Kriminalpolizei nach ersten Hinweisen die Wohnung durchsucht und auch Beweismaterial wie blutige Bettlaken gefunden, hieß es in der Mitteilung. Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden dauern an.

Dem in Polen gefundenen toten Baby hatte die Polizei den Namen Mia gegeben. Es war am 17. November von Mitarbeitern einer Sortieranlage für Altkleider in der Stadt Kielce gefunden worden. Der Transport war aus Duisburg gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in der Revierstadt in einen Container gelegt wurde.

Mia kam lebend zur Welt

Nach bisherigen Erkenntnissen der polnischen Ermittler ist Mia lebend zur Welt gekommen. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kielce, Daniel Prokopowicz, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die "Bild"-Zeitung hatte dies berichtet. Das Mädchen habe vorläufigen Untersuchungen zufolge nach der Geburt eigenständig geatmet, so Prokopowicz. Endgültige Ergebnisse sollten in mehreren Wochen vorliegen.

Die polnische Staatsanwaltschaft, die in dem Fall ermittelt, habe von Beginn an mit deutschen Behörden zusammengearbeitet, sagte Prokopowicz. Dabei wurde unter anderem die Route des Fahrzeugs, in dem die Altkleider nach Polen gebracht wurden, geprüft. Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurde der Wagen nach dem Start in Duisburg nicht geöffnet.

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