Darknet-Plattform für Kinderpornographie : "Elysium"-Prozess: Lange Haftstrafen für Angeklagte

Die Angeklagten im 'Elysium'-Prozess.
Die Angeklagten im "Elysium"-Prozess.

Die Betreiber einer Plattform für Kinderpornographie im Darknet müssen ins Gefängnis.

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07. März 2019, 12:29 Uhr

Limburg | Im Prozess um die riesige Kinderpornoplattform "Elysium" sind die vier Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht im hessischen Limburg verhängte am Donnerstag Strafen zwischen drei Jahren und zehn Monaten sowie neun Jahren und neun Monaten.

Die Männer im Alter von 41 bis 63 Jahren aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg sollen das im sogenannten Darknet betriebene Forum mit zehntausenden Mitgliedern aufgebaut und betreut haben.

Der Vorsitzende Richter sprach von einem "außergewöhnlichen" Verfahren mit einem "beachtlichen Umfang". Nach Überzeugung des Gerichts hatten sich die vier Angeklagten zwischen Juli 2015 und Ende 2016 zunächst an der Internetplattform "The Giftbox Exchange" (TGE) beteiligt. Als diese aufflog, rief ein 59 Jahre alte Angeklagter aus Baden-Württemberg "Elysium" ins Leben. Ein 41-Jähriger stellte demnach seine Werkstatt im hessischen Bad Camberg als Standort für den Server zur Verfügung. Zwei weitere Angeklagte betreuten Chats. "Elysium" war etwa ein halbes Jahr online und hatte bei seiner Abschaltung im Juni 2017 mehr als 111.000 Nutzerkonten weltweit.

Nur ein Angeklagter kooperierte und zeigte glaubhaft Reue

Die Angeklagten waren im Wesentlichen geständig, teils aber mit Einschränkungen. Der 41-Jährige etwa will nur mitgemacht haben, um als eine Art Privatermittler belastendes Material über die Pädophilen-Szene zu sammeln. Das nahm ihm das Gericht aber nicht ab. Allein der 59-Jährige habe "Ross und Reiter" genannt und glaubhafte Reue gezeigt, sagte der Vorsitzende.

Verurteilt wurden die Deutschen unter anderem wegen des öffentlichen Zugänglichmachens sowie des Besitzes von Kinderpornografie, ein 63-Jähriger zudem wegen schweren sexuellen Missbrauchs zweier kleiner Kinder. Das Gericht ordnete gegen ihn Sicherungsverwahrung an. Der 41-Jährige soll überdies einen Pädophilen angestiftet haben, kinderpornografische Aufnahmen von einem Jungen anzufertigen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger kündigten an, Revision einzulegen oder diese prüfen zu wollen.

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