Eine Milliarde Tüten im Jahr : Kampf dem Plastikmüll: Bundestagspetition gegen "Einkauf Aktuell"

Jede Woche werden 20,7 Millionen 'Einkauf Aktuell'-Ausgaben in Plastiktüten in die Briefkästen gesteckt.
Jede Woche werden 20,7 Millionen "Einkauf Aktuell"-Ausgaben in Plastiktüten in die Briefkästen gesteckt.

Der Verein "Letzte Werbung" startet nun seine Bundestagspetition, um dem Werbemüll ein Ende zu setzen.

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12. November 2019, 07:00 Uhr

Hamburg | Update vom 12. November: Mit einer Bundestagspetition will die Initiative "Letzte Werbung" eine drastische Einschränkung von Einwurfwerbung erreichen. Demnach sollen nur noch Haushalte Werbung in ihre Briefkästen bekommen, die mit einen Aufkleber ihre Zustimmung zeigen, wie die Initiative am Dienstag mitteilte. Nicht-adressierte Werbesendungen sind für Postunternehmen ein lukrativer Markt. Bekannt ist etwa die eingeschweißte Werbebroschüre "Einkauf aktuell", die der Post zufolge wöchentlich bis zu 20 Millionen Haushalte erreicht.

Die "Keine Werbung"-Aufkleber erreichten ihren Zweck nicht und würden viel zu häufig ignoriert. "Das ist nicht nur eine enorme Verschwendung von Ressourcen, sondern auch eine Belastung für unsere Entsorger", betonte die Initiative. Sie stützt sich auf Berechnungen der Universität Gießen. Demnach landen jährlich rund 35 Kilogramm nicht-adressierte Werbepost in jedem Briefkasten. Eine YouGov-Umfrage vom Februar 2019 zeige aber, dass lediglich 17 Prozent der Bevölkerung gerne nichtadressierte Werbepost erhalten.

Das Einsparpotenzial sei gewaltig, so die Initiative. So könnten in Deutschland 780 000 Tonnen weniger Papiermüll anfallen. Letzte Werbung verwies auf positive Erfahrungen mit „Ich möchte Werbung"-Aufklebern in Amsterdam. (Ende des Updates)

Originaltext: Jedes Jahr landen 26 Kilogramm Werbung in jedem Briefkasten. Häufig unerwünscht, denn viele interessiert es gar nicht, ob Kaffee und Käse gerade im Angebot sind. Besonders lästig und umweltschädlich: Die Deutsche Post versendet das Werbemagazin "Einkauf aktuell" in Plastikfolie.

Am 18. Juni ist nun die Kampagne "Stoppt die Plastikpost" gestartet. Der Verein "Letzte Werbung" will damit eine große Menge an Plastiktüten und Papier verhindern und sich für den Umweltschutz stark machen. Über die Webseite www.plastikpost.de kann sich jeder, der "Einkauf Aktuell" nicht mehr empfangen möchte, austragen lassen. Rund 6000 Haushalte haben dies bereits getan.


20,7 Millionen Plastiktüten pro Woche

In einem Video klärt die Nonprofit-Organisation darüber auf, dass jede Woche 20,7 Millionen "Einkauf Aktuell"-Ausgaben in Plastiktüten verschickt werden – 76 Prozent der Deutschen würden aber gar keine Werbung wollen.


Unterlegt mit emotionaler Musik wird darauf hingewiesen, dass immer mehr Wälder abgeholzt werden und Tierarten damit ihren Lebensraum verlieren. "Die kostenlose Werbung landet meist ungelesen im Müll. Eine Milliarde Exemplare pro Jahr", wird appelliert.

Bereits 2014 hatte der Student Fabian Lehner aus Bayern eine Online-Petition gestartet und Unterschriften gegen die Plastikverpackungen gesammelt. Die Post kündigte daraufhin an, nach einer ökologisch verträglicheren Alternative zur bisherigen Folie suchen zu wollen. Passiert sei dies aber laut Lehner nicht.

Fabian Lehner mit dem Werbemagazin 'Einkauf aktuell'. Foto: dpa/Walter Geiring
picture alliance / dpa
Fabian Lehner mit dem Werbemagazin "Einkauf aktuell". Foto: dpa/Walter Geiring


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