Debatte über Kinder als Hausangestellte : Aufschrei im Netz: Ehepaar in Pakistan tötet junge Babysitterin

Nach dem Tod einer Achtjährigen in Pakistan wurde ein Ehepaar festgenommen.
Nach dem Tod einer Achtjährigen in Pakistan wurde ein Ehepaar festgenommen.

Eine Autopsie ergab, dass das Mädchen mehrfach in den Bauch getreten und geschlagen wurde.

von
05. Juni 2020, 20:10 Uhr

Islamabad | Die Tötung einer Achtjährigen hat in Pakistan zu einem Aufschrei in den sozialen Medien geführt. Die junge Babysitterin sei von einem Ehepaar am vergangenen Freitag geschlagen worden, nachdem sie versehentlich Papageien freigelassen habe, sagte ein Polizeibeamter der Deutschen Prese-Agentur am Freitag. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Polizei hat das Paar festgenommen, es sei derzeit in Untersuchungshaft.

Aufschrei in den sozialen Medien

Laut Polizei war das Mädchen am Sonntag an seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad gestorben. Eine Autopsie ergab, dass es mehrfach in den Bauch getreten und geschlagen wurde. In den sozialen Medien sorgte ihr Tod für einen Aufschrei. Die Menschenrechtsministerin Shireen Mazari versprach, den Fall vor Gericht zu bringen.

Praxis eigentlich verboten

Nach Polizeiangaben hatte das Ehepaar die Achtjährige geschlagen, nachdem die Papageien der Familie entflogen waren. Die Babysitterin habe sie füttern wollen und den Käfig geöffnet, erklärte der Polizeibeamte. Der Tod des Mädchens löste in Pakistan erneut eine Debatte über die Beschäftigung von Kindern als Hausangestellte aus. Die Praxis ist in dem südasiatischen Land zwar verboten, aber viele setzen sich darüber hinweg.

Gibt es einen "George-Floyd-Moment" in Pakistan?

Die Menschenrechtsaktivistin Farzana Bari sagte der dpa: "Solche schrecklichen Vorfälle haben unsere Gesellschaft viele Male erschüttert." Kinder würden oft in einer Umgebung des Missbrauchs arbeiten. "Diesmal müssen wir alle dafür stehen, um einen George-Floyd-Moment in Pakistan auszulösen", sagte sie mit Blick auf die Proteste gegen Rassismus in den USA nach dem Tod eines Afroamerikaners. Der Aktivist Taimur Kamal forderte, die Regierung müsse für eine Einhaltung des Verbots sorgen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen