Forderung aus Brüssel : EU-Kommission: Kommt jetzt ein verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel?

Das Nutri-Score-Label gibt es in Deutschland, ist allerdings für Produzenten von Lebensmitteln freiwillig.
Das Nutri-Score-Label gibt es in Deutschland, ist allerdings für Produzenten von Lebensmitteln freiwillig.

Deutschland führt ein solches Nährwertlogo bereits ein – allerdings auf freiwilliger Basis der Hersteller.

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19. Mai 2020, 21:33 Uhr

Brüssel | Um Verbrauchern die Wahl im Supermarkt zu erleichtern, will die EU-Kommission ein verpflichtend Nährwertlogo für Lebensmittel vorschlagen. Man wolle die Menschen dazu befähigen, eine gesunde und nachhaltige Wahl zu treffen, heißt es im Entwurf einer Strategie für nachhaltige Lebensmittel, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Brüsseler Behörde will das Papier am Mittwoch vorstellen.

Auf freiwilliger Basis in Deutschland

Deutschland führt ein solches Nährwertlogo bereits ein – allerdings auf freiwilliger Basis der Hersteller. Die neuen Regeln sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten. Es geht um eine freiwillige Verwendung des Logos auf der Vorderseite von Fertigprodukten.

Vorbild Frankreich

Das System orientiert sich an dem aus Frankreich stammenden Nutri-Score. Dieser bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen Wert auf einer fünfstufigen Skala an.

Zahlreiche Angaben auf einem Blick

In dem Entwurf des Kommissionspapiers bleiben viele Details offen. Deutlich wird, dass es um ein verpflichtendes, einheitliches Logo auf der Vorderseite von Lebensmitteln gehen soll. Zudem soll die verpflichtende Angabe über die Herkunft von Produkten auf Milch ausgeweitet werden sowie auf Lebensmittel, die Milch und Fleisch enthalten. So sollen Verbraucher lokal Produziertes besser erkennen können und kurze Lieferketten fördern.

Wertschöpfungskette von Lebensmitteln

Das Nährwertlogo ist Teil der deutlich umfangreicheren "Vom Hof auf den Teller"-Strategie, die die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln in den Blick nimmt. Es geht etwa um den Einsatz von Pestiziden, Antibiotika und Düngemitteln sowie um Tierschutz und Fischerei. Auch sollen die Menge weggeworfener Lebensmittel und das Aufkommen an Verpackungsmüll reduziert werden. Allerdings legt die EU-Kommission am Mittwoch noch keine Gesetzesvorschläge vor, sondern skizziert nur ihre Pläne.

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