Kuriose Klage eines Ehepaars : Rechtsstreit um Doppelbett: Besucherritze ist kein Mangel

Wenn in einem Boxspringbett zwei getrennte Matratzen beim Liegen in der Bettmitte auseinander driften, stellt dies keinen Sachmangel dar.
Wenn in einem Boxspringbett zwei getrennte Matratzen beim Liegen in der Bettmitte auseinander driften, stellt dies keinen Sachmangel dar.

Ein Paar hatte sich an der Lücke zwischen den Matratzen ihres Betts gestört. Ein Sachverständiger musste Probeliegen.

von
09. Mai 2019, 17:34 Uhr

Düsseldorf | Im kuriosen Streit um ein angeblich untaugliches Ehebett hat das Landgericht Düsseldorf die Klage der Käufer zurückgewiesen. Es sei kein Mangel, wenn bei einem sogenannten Boxspringbett die besonders dicken Matratzen in der Bettmitte auseinanderdrifteten, befand das Gericht am Donnerstag (Az. 19 S 105/17).

In dem Rechtsstreit hatte ein Ehepaar auf Rückzahlung des Kaufpreises in Höhe von 1499 Euro für sein neues Boxspringbett geklagt, das über zwei getrennte, motorisiert verstellbare Liegeflächen verfügt. Die Kläger begründeten ihre Forderung damit, dass in dem Schlafmöbel die Matratzen und die auf den Matratzen liegenden Topper auseinander rutschten und eine Ritze bildeten.

Sachverständiger muss Probeliegen

Das Möbelhaus weigerte sich: Das Bett sei in einwandfreiem Zustand. Das sah in erster Instanz das Amtsgericht und nun auch das Landgericht so, nachdem es einen Polsterermeister als Sachverständigen zur Liegeprobe gebeten hatte.

Eine Liegeprobe des Sachverständigen hatte nämlich ergeben, dass auch bei teils heftigen Bewegungen die Matratzen zwar leicht schwingen, aber in ihrer Position bleiben und nicht verrutschen.Die Berufungskammer erklärte dazu: "Es liegt auf der Hand, dass eine Matratze in einem Bettkasten besser gegen Verrutschen gesichert ist als bei dem ausgewählten Boxspringbett. Dies beruht jedoch nicht auf Mängeln der Konstruktion, sondern stellt sich als notwendiger Nachteil dar, der dem Vorteil einer fehlenden und den Einstieg behindernden Seitenwand als Kehrseite der Medaille gegenübersteht."

Probleme mit dem Bett beim Sex?

Das Ehepaar hatte Medienberichten zufolge auch über Probleme mit dem Bett beim Sex geklagt. Darauf ging das Gericht am Donnerstag nur indirekt ein: Das Bett sei zum Schlafen "als seinem eigentlichen Zweck" geeignet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen