Neues von Joko und Klaas : Funktioniert „Das Duell um die Welt“ auch mit Promis?

Rückzug ins Studio: Joko und Klaas überlassen beim 'Duell um die Welt' die Drecksarbeit den anderen.
Rückzug ins Studio: Joko und Klaas überlassen beim "Duell um die Welt" die Drecksarbeit den anderen.

Joko und Klaas treten kürzer: Beim „Duell um die Welt“ lassen sie jetzt Promis für sich kämpfen.

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24. November 2018, 14:20 Uhr

Berlin | Am Samstag (24. November, 20.15 Uhr) zeigt Pro Sieben zum ersten Mal „Das Duell um die Welt“ mit neuem Konzept. In Berlin haben Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf schon einige Episoden der nächsten zwei Ausgaben präsentiert. Funktioniert die Show auch mit Thorsten Legat, Johannes B. Kerner und Thomas Hayo? Und wie geht der Sender mit Tim Mälzers Feuerunfall um?

Alles neu beim „Duell um die Welt“

Seit sechs Jahren schicken Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sich beim „Duell um die Welt“ in exotische Länder – wo sie einander halluzinogenen Honig und Wurst aus Eigenblut servieren, kontrolliert im Moor versinken oder an 70 Helium-Ballons in den Himmel steigen, um sich selbst wieder runterzuschießen. Ab sofort delegieren sie die Lebensgefahr also an Teams. Alte Weggefährten und erprobte Prominente sammeln in der neuen Staffel Punkte für die Gastgeber, die ihrerseits nur noch im Studio antreten.

Und gleich beim ersten Mal ging's schief: Tim Mälzer hat einen Pyro-Parcours absolviert – und sich dabei Verbrennungen im Gesicht zugezogen. „Es war nicht so ernst, als dass Schäden zurückgeblieben wären. Er hat tatsächlich im Nachhinein Glück gehabt“, sagt uns Klaas Heufer-Umlauf bei der Vorpremiere. „Am Anfang war das nicht so klar. Da waren wir nicht so locker. Aber jetzt, wo wir feststellen: Es bleibt nichts zurück – da kann man auch mit derselben Lockerheit drüber reden, wie er das macht.“

Inzwischen lacht Klaas über Mälzers Unfall

Was das bei Joko und Klaas bedeutet, war am Wochenende im Berliner Tempodrom zu erleben. Hier hat Pro Sieben ein paar Hundert Fans das neue „Duell“ schon vorgeführt; Tim Mälzers Auftritt war dabei eine der größten Nummern, Flammenwolken in Zeitlupe inklusive. Klaas Heufer-Umlauf nimmt den Unfall mit Humor: „Er sieht fast besser aus als vorher“, sagt er. „Ich kenne keinen Mann, der so ein Video nicht gern von sich hätte.“

Über die These kann man streiten; dass das „Duell um die Welt“ mit dem Team-Konzept schwächer wäre, wird allerdings keiner behaupten. Selbst Mälzer klagt vor dem Unfall lauter als danach: Als er entdeckt, dass seine Kulisse ausgerechnet eine TV-Küche ist, schimpft er noch über diese Fantasielosigkeit – bis direkt hinter ihm die Wand explodiert. Immer wieder zerstören Joko und Klaas dem Koch danach seine Routinen, mal mit ferngesteuerten Ketchup-Spendern, meistens mit massivem Sprengstoffeinsatz. Als Mälzer für eine Atempause das Studio verlässt, detoniert draußen sogar die Mauer, an der er sich ahnungslos erholt. Und obwohl man ja weiß, dass die Show diesmal zu weit geht, muss man zugeben: Mälzers Schrecken ist unglaublich lustig.

„Das Duell“ übernimmt die Funktion des Dschungelcamps

In den ersten beiden Ausgaben schicken Joko und Klaas alte Ko-Stars wie Jeannine Michaelsen und Palina Rojinski in Mutproben des Grauens; besonders gut ist das „Team“-Duell aber, wenn nicht die erweiterte Familie antritt, sondern externes Personal. Johannes B. Kerner beispielsweise klettert auf einen 360 Meter hohen Turm, um auf dem schmalen Sims zu bügeln. Thorsten Legat reist zum Käserennen nach Gloucestershire, bei dem sich örtliche Saufnasen einen Hang hinabstürzen, um unten bewusstlos oder mit Knochenbrüchen aufzuschlagen. Das alles trifft deshalb ins Schwarze, weil Joko und Klaas die Folter präzise auf das Image der Kämpfer zuschneiden. Legat wird beim Selbstbild des härtesten aller C-Promis gepackt, Kerner für ein Entertainment zur Verantwortung gezogen, das sich den Bedürfnissen bügelnder Senioren anpasst. „Das Duell um die Welt“ schlägt Fernsehstars mit ihren eigenen Waffen und übernimmt damit eine Funktion, die sonst nur das Dschungelcamp erfüllt – mit dem Unterschied, dass Joko und Klaas auch Kandidaten ködern, die für Geld und Aufmerksamkeit nicht sowieso schon alles tun.

Thomas Hayo zum Beispiel. Acht Staffeln lang hat er bei „Germany's Next Topmodel“ Teenager in Umstyling, Gillette-Reklame und das Foto-Shooting am Kran gelotst. Jetzt ist er selbst dran. In einem Pool muss er mit Fernauslöser eine AK 47 auf sich abfeuern – und dem Hinweis vertrauen, wonach das Wasser die Kugel rechtzeitig stoppt. Den extremen Nervenkitzel, der in Mälzers Fall zu groß war, braucht das Promi-„Duell“ eigentlich gar nicht. Viel besser als Hayos Kokettieren mit dem Suizid ist seine Aufwärmübung: Beim „Slapshot“ wird er mehrfach geohrfeigt; zur Zeitlupe seines entgleisten Gesichts erklärt ihm dann eine Ersatz-Heidi, wie hässlich er beim Gedemütigt-Werden aussieht. Das ist ziemlich genau die Grundidee von GNTM. Medienethisch ist es sicher ganz falsch, öffentliche Schläge laut zu bejubeln. Aber wer hier nicht in die Hände klatscht, hat Heidi Klums Casting nie gesehen. Es muss Joko und Klaas unendlich quälen, dass sie die Nummer nicht mit der Chefin persönlich durchexerzieren konnten. Aber was soll's. Man kann nicht alles haben.

Die nächsten Sendungen mit Joko und/oder Klaas:

  • „Das Duell um die Welt“, Samstag, 24. November und 1. Dezember, 20.15 Uhr,
  • „Late Night Berlin“, montags, 23.10 Uhr,
  • „Win your Song“, donnerstags, 23.15 Uhr,
  • „Weihnachten mit Joko und Klaas“, Samstag, 22. Dezember.
  • Im Frühjahr 2019 bereiten Joko und Klaas außerdem eine neue, gemeinsame Show vor.

Mehr zum Thema:

Diesem Text liegen Ausschnitte zugrunde, die aus den nächsten beiden „Duell“-Ausgaben stammen.

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