Mehr als 40 Verletzte : Drittes Todesopfer nach heftiger Explosion in Paris bestätigt

Trümmer und Flammen sind nahe des Unglücksortes einer Explosion im Zentrum von Paris zu sehen.
Trümmer und Flammen sind nahe des Unglücksortes einer Explosion im Zentrum von Paris zu sehen.

Eine schwere Explosion in einer Pariser Bäckerei fordert Todesopfer. Die Polizei vermutet ein Gasleck als Ursache.

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12. Januar 2019, 15:57 Uhr

Paris | Durch die verheerende Gasexplosion im Zentrum von Paris ist auch eine spanische Touristin ums Leben gekommen. Die Spanierin sei "vor kurzem im Krankenhaus gestorben", hieß es aus dem spanischen Außenministerium. Demnach war die Frau mit ihrem Mann auf Urlaub in der französischen Hauptstadt. Sie ist das dritte Todesopfer nach der Explosion, die eine Bäckerei zerstört sowie Häuser, Wohnungen und Autos in der Umgebung schwer beschädigt hatte. Auch zwei Feuerwehrleute wurden getötet.Dutzende Menschen wurden bei der Explosion am Morgen teils schwer verletzt.

Die Detonation ereignete sich in einer Bäckerei im 9. Arrondissement – einer Wohn- und Geschäftsgegend. Es gab ein Feuer, die Explosion in der Rue de Trévise sei stark gewesen, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

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Nach aktuellem Ermittlungsstand gilt ein Gasleck als mögliche Ursache für die Explosion. Ursprünglich war die Feuerwehr wegen des Verdachts auf austretendes Gas an den Ort der späteren Explosion gerufen worden, sagte eine Polizei-Sprecherin am Morgen. Rund 100 Polizisten und knapp 200 Feuerwehrleute waren laut Innenminister im Einsatz. Die Lage sei unter Kontrolle, hieß es am Vormittag. Die Explosion ereignete sich rund einen Kilometer Luftlinie entfernt von der Pariser Oper.

Auf der Straße waren Trümmerteile zu sehen, der untere Teil eines Gebäudes war verwüstet und stand in Flammen. Auch geparkte Autos wurden durch die Explosion beschädigt. Fernsehbilder zeigten einen massiven Feuerwehreinsatz, Rauch drang aus dem Gebäude. Mehrere Glasscheiben in der Umgebung seien durch die Wucht der Explosion zerstört worden, berichteten Medien.

Die Feuerwehr bringt Menschen über Leitern in Sicherheit. Foto: AFP/Thomas Samson
AFP/Thomas Samson
Die Feuerwehr bringt Menschen über Leitern in Sicherheit. Foto: AFP/Thomas Samson

Die Feuerwehr versuchte die Flammen zu löschen und Menschen mit Hilfe von Leitern in Sicherheit zu bringen. Rettungskräfte versorgten rund ein Dutzend Verletzte vor Ort, die meisten wurden wegen Kopfverletzungen behandelt.

"Wir dachten es ist ein Erdbeben"

"Wir schliefen alle, und dann hörten wir einen Knall, wir dachten es ist ein Erdbeben", sagte eine Jugendliche aus einer angrenzenden Straße. "Wir sind runter gegangen und sahen ein brennendes Gebäude", ergänzte ihr Bruder.

"Ich schlief und wurde von der Erschütterung geweckt", berichtete Claire Sallavuard, die in dem Gebäude in der Rue de Trévise wohnt, in dem sich die Explosion ereignete. "Alle Fenster der Wohnung explodierten, alle offenen Türen sprangen aus den Angeln. Um aus dem Zimmer zu kommen, musste ich über die Tür laufen, die Kinder waren in Panik, weil sie nicht aus ihrem Zimmer kamen." Die Feuerwehr brachte die Familie schließlich über eine Leiter in Sicherheit.

Mehrere Touristen verließen die zahlreichen Hotels in der Gegend. Andere liefen im Schlafanzug auf die Straße. Zu sehen war auch ein verstört wirkender Mann, der barfuß und mit staubbedeckten Haaren von Rettungskräften versorgt wurde. Über dem Unglücksort kreiste ein Hubschrauber.

Premierminister Édouard Philippe, Innenminister Christophe Castaner und der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz begaben sich zum Unglücksort.

Demonstrationen der Gelbwesten

Die Behörden in Paris sind wegen angekündigter Demonstrationen der "Gelbwesten" in Alarmbereitschaft. Rund 5000 Sicherheitskräfte sind in der Hauptstadt im Einsatz, um die Proteste abzusichern. Bei den Demonstrationen war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Gewalt und Ausschreitungen gekommen. Besonders Paris war betroffen.

Polizeiaufgebot auf dem Place de la Concorde im Pariser Zentrum. Foto: AFP/Ludovic Marin
AFP/Ludovic Marin
Polizeiaufgebot auf dem Place de la Concorde im Pariser Zentrum. Foto: AFP/Ludovic Marin


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