Fridays for Future : "Rufen alle Generationen auf": Klimaschutz-Demonstration am 20. September

Anlässlich des Sommerkongresses der Friday-for-Future-Bewegung fanden Demonstrationen am Wochenende in Dortmund statt.
Anlässlich des Sommerkongresses der Friday-for-Future-Bewegung fanden Demonstrationen am Wochenende in Dortmund statt.

Die Teilnehmer der Fridays-for-Future-Tagung riefen die Bevölkerung auf, sich an einer Demonstration zu beteiligen.

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04. August 2019, 14:23 Uhr

Dortmund | An dem ersten bundesweiten Treffen der Klimaschutz-Bewegung hatten nach Angaben der Veranstalter seit Mittwoch insgesamt rund 1700 Menschen teilgenommen. Der Kongress fand in einer Parkanlage statt. Viele Teilnehmer übernachteten in Zelten.


Die Workshops und Podiumsdiskussionen wurden in zwei benachbarten Schulen und Gebäuden auf dem Gelände abgehalten.

Worum ging es?

Die Teilnehmer sollten inhaltliches wie methodisches Rüstzeug bekommen. Es gab Podiumsgespräche, Vernetzungstreffen und weit über 200 Arbeitsgruppen. Workshops werden angeboten etwa zu Mikroplastik in Gewässern, Nutztierhaltung, Klimawandel und Ernährung sowie Steinkohle aus Russland und Kolumbien. Am Freitag demonstrierten die Teilnehmer in der Dortmunder Innenstadt.


Bei einer Podiumsdiskussion am Samstag wurde die Ausgestaltung einer CO2-Steuer besprochen.

Worum ging es nicht?

Zum Beispiel um folgende Fragen:

Wie soll es weitergehen, jetzt wo der Klimawandel in breiter Öffentlichkeit diskutiert wird, aber außer politischen Absichtserklärungen noch keine Erfolge erzielt wurden? Wie kann man dafür sorgen, dass den Protestlern nicht die Luft ausgeht, wenn das mediale Interesse abflaut? Muss man radikaler werden in den Aktionsformen oder stärkere Allianzen mit etablierten Organisationen eingehen?


Entscheidungen zu diesen oder anderen Fragen würden ausdrücklich nicht getroffen, betonten die Organisatoren des Kongresses immer wieder. Stattdessen gehe es ums Vernetzen, Informieren, Austauschen und Bestärken.

Wie fallen die Reaktionen aus?

Die Organisatoren zogen eine positive Bilanz des Treffens. „Wir haben aus meiner Sicht alle Ziele erreicht“, sagte Jakob Blasel (rechts, mit Mitorganisatorin Ragna Diederichs)

Foto: Florentine Dame/dpa
picture alliance/dpa
Foto: Florentine Dame/dpa


Hauptauftrag sei gewesen, motivierte Menschen zu haben, „die hier rausgehen und bereit sind für weitere Klimastreiks, die bereit sind, weiterhin Politik in Deutschland zu bewegen“. Er sei optimistisch für das nächste halbe Jahr. Ursprünglich hatte das Treffen die Bewegung durch die befürchtete Sommerflaute bringen sollen.

Teilnehmer äußerten sich ebenfalls positiv über den Kongress: „Man kann megaviel mitnehmen an Inspiration und Motivation für die Arbeit zu Hause“, sagte die 18-jährige Sophia Kutsch, die im westfälischen Borken „Fridays-for-Future“-Demos organisiert. Sie will sich nun mit anderen Aktivisten überlegen, wie verstärkt auch Erwachsene angesprochen werden können.

Auch der Referent Christoph Schmidt, Chef der Wirtschaftsweisen, war zufrieden. „Fridays for Future“ habe dazu beigetragen, dass die Gesellschaft darauf aufmerksam geworden sei, dass es so nicht weitergehen könne, würdigte der Forscher in einem WDR-Radiointerview die Bewegung.

Was passiert nun?

Die Klimaaktivisten wollen auch in der kommenden Woche mobil machen. Zu einem Samstag in Pödelwitz bei Leipzig gestarteten Klimacamp werden bis zum 12. August rund 1000 Teilnehmer erwartet. Mehr als 100 Workshops und Diskussionen sind geplant. Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll der Kohle weichen und von der Landkarte verschwinden.

Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Sebastian Willnow
Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa


Am 20. September, wenn das Klimakabinett in Berlin seine Ergebnisse vorstellen will, hat die Bewegung zu einem Generalstreik aufgerufen. Der Protest soll dann nicht mehr allein von den jungen Leuten getragen werden. Dieses Mal sollten auch Erwachsene ihre Verantwortung wahrnehmen, erklären die Aktivisten.

Weitere Kongresse sind laut Mitrganisator Blasel noch nicht konkret geplant.

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