Feuerwehr im Dauereinsatz : Straßen und Dörfer unter Wasser: Schäden durch Regenfälle im Südwesten

Hochwasser in Frankfurt am Main: Der Dauerregen der vergangenen Tage führt zur Überflutung des Mainufers.
Hochwasser in Frankfurt am Main: Der Dauerregen der vergangenen Tage führt zur Überflutung des Mainufers.

Die Rettungskräfte im Südwesten Deutschlands sind im Dauereinsatz. Starker Regen sorgt für Überschwemmungen.

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04. Februar 2020, 08:23 Uhr

Überflutete Fahrbahnen, überschwemmte Anwesen, eingeschlossene Menschen: Heftige Regenfälle haben vor allem im Südwesten Deutschlands zahlreiche Rettungseinsätze ausgelöst. Der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier wurde in der Nacht von einem Bach überschwemmt, wie ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung sagte. Genauere Informationen zu Schäden gab es zunächst nicht.

Ein Teil der Autobahn A620, der durch die Innenstadt von Saarbrücken führt, ist wegen Überschwemmung gesperrt. Foto: dpa/Oliver Dietze
dpa/Oliver Dietze
Ein Teil der Autobahn A620, der durch die Innenstadt von Saarbrücken führt, ist wegen Überschwemmung gesperrt. Foto: dpa/Oliver Dietze


Im Konzer Ortsteil Oberemmel trat ein Weiher über das Ufer, von den Wassermassen wurden Menschen in einem Haus eingeschlossen, die Feuerwehr rettete sie in der Nacht. An vielen Stellen in dem Kreis sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landstraßen. Insgesamt 440 Kräfte waren im Einsatz. Die Bahnstrecke zwischen Perl und Trier war am Dienstagmorgen nicht befahrbar.

Zahlreiche Hilfseinsätze in Baden-Württemberg

Nach kräftigen Regenfällen steigen die Wasserstände an der Mosel kräftig an: Am frühen Dienstagmorgen lag der Pegelstand Trier nach Angaben des Hochwassermeldezentrums bei über 8,40 Metern, die Tendenz war weiter steigend. Der normale Pegelstand liegt in Trier bei etwa 3,25 Metern. Grund für die steigenden Pegelstände sind vor allem starke Niederschläge in Frankreich in den Vogesen, wo die Mosel entspringt. Die Mosel mündet bei Koblenz in den Rhein. Nach und nach werde der Wasserstand nun überall an der Mosel steigen, sagte der Sprecher des Meldezentrums am Montag.

Dauerregen in München. Foto: dpa/Lino Mirgeler
dpa/Lino Mirgeler
Dauerregen in München. Foto: dpa/Lino Mirgeler


In Saarbrücken sperrte die Polizei am frühen Morgen die Stadtautobahn. Orkanartige Böen und ergiebiger Dauerregen führten auch in Teilen Baden-Württembergs zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro.

Dutzende Male mussten Feuerwehr und Polizei in Freiburg und Umgebung ausrücken. Am Morgen twitterte die Polizei: "Das Unwetter hält Einsatzkräfte in Atem. Im gesamten Präsidiumsbereich kommt es durch umgestürzte Bäume zu Gefahren im Straßenverkehr - wir bitten um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Bitte meidet die Dämme der größeren Flüsse in unserer Region."

Weiterhin Dauerregen erwartet

Auch im Kreis Waldshut seien die Einsatzkräfte ziemlich beschäftigt gewesen: Der Wind habe Ziegel von zwei Häusern abgedeckt und zahlreiche Bäume und Bauzäune umgestürzt. Die Polizei in Karlsruhe berichtete von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen überschwemmt und Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto. Verletzte gab es den Angaben zufolge zunächst nicht.

Die Saar ist im Bereich der Innenstadt von Saarbrücken über die Ufer getreten. Deswegen mussten auch Teile der Autobahn A620 gesperrt werden. Foto: dpa/Oliver Dietze
dpa/Oliver Dietze
Die Saar ist im Bereich der Innenstadt von Saarbrücken über die Ufer getreten. Deswegen mussten auch Teile der Autobahn A620 gesperrt werden. Foto: dpa/Oliver Dietze


Bis Dienstagmittag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Region teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnte der DWD für den ganzen Dienstag vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

Schnee im Erzgebirge

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten auch in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchener S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Westlich von Augsburg traten zwei Flüsse über die Ufer und überfluteten zwei kleinere Straßen. Im nördlichen Schwaben gab es nach Polizeiangaben etwas mehr Unfälle als sonst, sieben Menschen wurden demnach seit Montagmittag verletzt.

Im Erzgebirge und im Thüringer Wald fiel in der Nacht auf Dienstag Schnee. In bergigen Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll der Schnee auch liegen bleiben, wie der Wetterdienst mitteilte: "Da ist auch Obacht auf der Straße geboten."

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