Ausgangsbeschränkungen und Co. : Moppelig aus der Krise: Die gefährlichen Folgen der Corona-Maßnahmen

Aufgrund der geringeren Bewegung und Süßigkeiten kann es in der Corona-Krise zu Übergewicht kommen.
Aufgrund der geringeren Bewegung und Süßigkeiten kann es in der Corona-Krise zu Übergewicht kommen.

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen in Zeiten des Coronavirus verbringen Menschen deutlich mehr Zeit zuhause.

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26. April 2020, 13:22 Uhr

Berlin | Drinbleiben, Kontakte beschränken, Homeoffice – die Maßnahmen gegen eine allzu schnelle Corona-Ausbreitung hinterlassen in der Bevölkerung bereits deutliche Spuren. 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich deswegen weniger, 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten schon an Gewicht zugelegt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nur 12 Prozent der Befragten sind demnach mehr in Bewegung als zuvor, 8 Prozent haben wegen der Corona-Maßnahmen abgenommen.

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Experten warnen eindringlich vor den möglichen Folgen von Gewichtszunahme und Bewegungsmangel im Zuge der Mobilitätseinschränkungen. "Bewegungsmangel begünstigt nicht nur die Entstehung von Übergewicht, sondern verringert auch körperliche Fitness, Koordination und Beweglichkeit", sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der dpa. "Zudem leidet auch die Psyche unter einem Mangel an Bewegung." Wenn die Grenze zu einem Body-Mass-Index über 25 überschritten sei, steige mit zunehmendem Körperfettanteil das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf- oder Gelenkerkrankungen. "Je älter eine Person ist, desto schwieriger wird mittelfristig die Gewichtsabnahme."

Gesunde Mahlzeiten als positive Folgen

Es gibt aber auch positive Folgen: Seit Corona gibt es in vielen Familien mehr Zeit für gesunde Mahlzeiten. Und so mancher entdeckt angesichts geschlossener Restaurants die eigene Küche neu. Brot wird selbst gebacken, Rezepte aus dem Internet haben Hochkonjunktur. In der Umfrage gaben auch nur 13 Prozent der Erwachsenen an, sich ungesünder zu ernähren. Im Gegenzug sagten 12 Prozent, im Zuge der Coronakrise gesünder zu essen.

"Reines Wohlstandsphänomen"

"Vielleicht entdeckt nun mancher den Hobbykoch in sich und probiert etwas aus", sagte der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop kürzlich. Ein weiterer Aspekt sei, dass Phänomene wie der Low-Carb-Hype zurückgingen. "Diese ganzen Gesundheitsgurus und der Diätenquatsch – das ist ein reines Wohlstandsphänomen." In der Krise kauften die Bundesbürger Nudeln und Mehl.

Hören Sie hierzu passend unseren Podcast "Coronaland":


Dass mehr als sonst gegessen und genascht wird, etwa weil der Weg zum Kühlschrank im Homeoffice nicht weit ist, spielt zumindest nach Angaben der von YouGov Befragten kaum eine Rolle. Nur 15 Prozent gaben an, ihre Essensmenge sei gestiegen, 11 Prozent gingen sogar davon aus, im Zuge des Corona-Lockdowns insgesamt weniger zu essen. Allerdings ist da womöglich ein bisschen Fehleinschätzung im Spiel: Nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbands ist der Verkauf von Süßwaren in der Corona-Krise gestiegen, im März sei ein zweistelliges Plus verzeichnet worden.

Vier Prozent weniger vor dem Bildschirm

Stark abgenommen hat bei vielen Menschen die Dauer von Gesprächen mit Freunden oder Verwandten, die vor Beginn der Maßnahmen oft bei Besuchen und anderen Treffen erfolgten. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gab an, nun weniger Zeit – etwa am Telefon oder mit Videogesprächen – mit solchen Gesprächen zu verbringen. Fast ein Viertel (23 Prozent) meint allerdings, nun insgesamt länger mit Freunden und Verwandten zu sprechen. Extrem verändert hat sich die Nutzung elektronischer Geräte. 39 Prozent der Befragten gaben an, mehr Freizeit mit Fernseher, PC, Laptop, Spielekonsole, Smartphone und ähnlichem zu verbringen. Lediglich 4 Prozent sitzen im Zuge von Corona weniger vor dem Bildschirm.

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