Viele Unwägbarkeiten : Drama in Spanien: Bergung des zweijährigen Julen verzögert sich weiter

Die Helfer am Schacht, in dem Julen gestürzt war, haben mit erheblichen Hindernissen zu kämpfen.
Die Helfer am Schacht, in dem Julen gestürzt war, haben mit erheblichen Hindernissen zu kämpfen.

Bereits seit sechs Tagen ist ein zweijähriges Kind aus Spanien in einem Schacht in Madrid verschollen.

von
19. Januar 2019, 10:41 Uhr

Madrid | Bei der Suche nach dem Kleinkind Julen, das seit sechs Tagen in einem mehr als 100 Meter tiefen Schacht verschollen ist, kommen die Helfer in Spanien weiterhin langsamer voran als geplant. Wegen der komplizierten Bedingungen in dem hügeligen Gebiet nahe der Küstenstadt Málaga konnten sie bis Samstagvormittag immer noch nicht mit dem Bau eines geplanten Bergungstunnels beginnen.

Schaufelbagger im Einsatz

Die ganze Nacht waren die Helfer mit den Arbeiten zur Aufstellung einer Plattform zur Stabilisierung der Hauptbohrmaschine beschäftigt, wie Medien unter Berufung auf die Rettungsteams berichteten. Dabei waren mehrere Schaufelbagger im Einsatz.

Tüte mit Süßigkeiten entdeckt

Vom zweijährigen Julen gibt es seit Sonntag kein Lebenszeichen. Der Kleine soll bei einem Ausflug mit seiner Familie in das Loch gefallen sein, das einen Durchmesser von nur 25 bis 30 Zentimetern hat. Bei Kameraaufnahmen wurde in dem Schacht in einer Tiefe von knapp 75 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die Julen bei sich hatte. Allerdings verhinderte lose Erde, mit der Kamera tiefer vorzudringen.

Harte Felsen verhindern Bohrung

Der Sprecher der Helfer, Wegebau-Ingenieur Ángel García Vidal, sagte am Freitagabend, man habe sich zum Ziel gesetzt, den Kleinen "vor Montag" zu finden. Es gebe aber viele Unwägbarkeiten. Tatsächlich stieß man wenige Stunden später bei den Arbeiten zur Einebnung des Bodens wieder auf einen harten Felsen, der für neue Verzögerungen sorgte, wie Helfer berichteten.

Bodenradar aus Schweden

Mit der 75 Tonnen schweren Bohrmaschine will man einen Bergungstunnel bauen, der senkrecht zum Unglücksschacht verlaufen soll. In einer ersten Etappe wollen die Retter rund 80 Meter tief graben. Anschließend sollen erfahrene Minenarbeiter unten eine erste Verbindung zum Schacht herstellen, um zunächst in dieser Tiefe erneut mit einer Roboter-Kamera nach dem Kind zu suchen. Auch ein Bodenradar aus Schweden wird eingesetzt.

Regen erschwert Arbeiten

Sorgen bereitet den rund 100 Helfer am Hügel Cerro de la Corona in Totalán rund 15 Kilometer nordöstlich von Málaga auch, dass Regen angekündigt ist, der die Rettungsarbeiten zusätzlich behindern würde. Daher wurden am Freitag bereits Gräben zur Drainage gezogen. Am Samstagvormittag fielen am Unglücksort erste Tropfen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen