Extreme Unterschiede bei Jobs, Bildung, Internet : Deutschlands neuer "Teilhabe-Atlas": So steht Ihre Region im Vergleich da

30 Jahre nach der Wiedervereinigung liegen die meisten ostdeutschen Regionen noch in vielen Bereichen zurück. Foto: imago images /stockpeople
30 Jahre nach der Wiedervereinigung liegen die meisten ostdeutschen Regionen noch in vielen Bereichen zurück. Foto: imago images /stockpeople

30 Jahre nach der Wiedervereinigung liegen die meisten ostdeutschen Regionen noch in vielen Bereichen zurück.

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22. August 2019, 11:33 Uhr

Hamburg | 30 Jahre nach der Wiedervereinigung liegen die meisten ostdeutschen Regionen noch in vielen Bereichen zurück. Das zeigt der "Teilhabeatlas" des Berlin-Instituts und der Wüstenrot Stiftung, der am Donnerstag vorgestellt wurde. In fast allen ländlichen Kreisen, aber auch in den meisten ostdeutschen Städten haben die Menschen demnach mit weniger Einkaufsmöglichkeiten, weiteren Wegen zum Arzt oder langsamerem Internet zu kämpfen als anderswo.

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Dieses Schicksal teilten sie aber mit den Bewohnern einiger westdeutscher Städte, vor allem im Ruhrgebiet, aber auch im Südwesten von Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In der Studie wurde untersucht, welche gesellschaftlichen Teilhabechancen die 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte ihren Bewohnern bieten.

Gemessen wurde die Teilhabe anhand einer Reihe von Indikatoren wie der Quote von Sozialleistungsempfängern, der Höhe der Einkommen, der Verfügbarkeit schneller Internetzugänge und der Erreichbarkeit von Ärzten, Supermärkten und weiteren alltäglichen Dienstleistungen. Das Ergebnis zeigt, dass die Teilhabechancen in ländlichen Regionen des Südens oft besser sind als in manchem Ballungsraum im Norden - wie etwa Berlin.

Je nach Wohnort andere Erwartungen ans Umfeld

"Deutlich erkennbar wird, wie wichtig eine differenzierte, diese Unterschiede aufgreifende Handlungsstrategie ist, gerade auch in der Politik", erklärte der stellvertretende Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, Stefan Krämer.

Die Macher der Studie besuchten auch ausgewählte Regionen, um die gefühlten Teilhabechancen mit den erhobenen Daten abzugleichen. "In den Gesprächen zeigte sich, dass die Menschen ihre Lebensbedingungen weitgehend realistisch einschätzen", sagte Manuel Slupina, Mitautor der Studie. "Mit den Unterschieden bei den Teilhabechancen gingen sie recht nüchtern und pragmatisch um."

Je nach Wohnort hätten die Menschen auch andere Erwartungen an ihr Umfeld, fügte Slupina hinzu. Die befragten Landbewohner seien sich meist des Nachteils bewusst, dass sie zum Arbeiten pendeln müssten und für manche Erledigungen auf die nächste größere Stadt angewiesen seien. "Trotzdem äußerten sie, dass sie gern dort leben."

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