Solidarischer Gruß aus Hollywood : Tausende demonstrieren in Tel Aviv für Ende der Gewalt gegen Frauen

'Stoppt den Mord an Frauen', steht auf den mit Kunstblut beschmierten Plakaten der Demonstrantinnen.
"Stoppt den Mord an Frauen", steht auf den mit Kunstblut beschmierten Plakaten der Demonstrantinnen.

Nach dem Tod zweier Mädchen gehen in Israel Tausende auf die Straße. Sie fordern Unterstützung von der Regierung.

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04. Dezember 2018, 20:24 Uhr

Tel Aviv | Nach dem gewaltsamen Tod zweier junger Mädchen in Israel haben Tausende Menschen in Tel Aviv gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Mehrere Frauenorganisationen forderten von der Regierung umgerechnet knapp 60 Millionen Euro für ein Programm zum Schutz von Frauen, wie israelische Medien am Dienstag berichteten.

Nach Angaben der Organisatoren kamen am Abend mindestens 20.000 Menschen auf dem zentralen Rabin-Platz zusammen, wie die Nachrichtenseite "ynet" berichtete. Frauen hielten Schilder mit Aufschriften auf Hebräisch und Arabisch hoch, wie: "Frauen werden umgebracht, die Regierung bleibt stumm."

Weiterlesen: Gewalt gegen Frauen: Wenn die Gesellschaft wegschaut

"Wonderwoman"-Schauspielerin Gal Gadot schickte auf Instagram solidarische Grüße in ihr Heimatland. "Ich rufe alle Leute auf, sich gegen häusliche Gewalt zu stellen. Genug ist genug. Es MUSS aufhören. (...) Und ihr da draußen, die ihr das erleidet, bitte sucht euch Hilfe oder Zuflucht – und wisst, dass ich hier für euch einstehe."

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Die Regierung habe ein Programm mit entsprechendem Budget bereits 2017 gebilligt, aber das Geld nicht bereitgestellt, berichtete das israelische Radio. Rund 300 Firmen und öffentliche Einrichtungen unterstützten die Proteste landesweit. Die Organisationen hatten tagsüber bereits zum Streik aufgerufen.

So hatte es verschiedene Protestaktionen auch in Jerusalem gegeben. Dort hatten sich etwa Frauen mit Kuscheltieren und mit Kunstblut bespritzt auf eine Straße gelegt. In Tel Aviv blockierten Demonstranten große Kreuzungen.

Hunderte von roten Schuhen auf dem Habima-Platz sollen den Protest gegen Gewalt gegen Frauen symbolisieren. Foto: dpa/AP/Oded Balilty
dpa/AP/Oded Balilty
Hunderte von roten Schuhen auf dem Habima-Platz sollen den Protest gegen Gewalt gegen Frauen symbolisieren. Foto: dpa/AP/Oded Balilty

Zwei Gewaltverbrechen gegen Mädchen vergangene Woche

Nach Angaben der Anwältin und Mitorganisatorin Keren Greenblatt sind in Israel pro Jahr rund 200.000 Frauen Gewalt aufgrund ihres Geschlechtes ausgesetzt. "Wir hoffen, jeden damit wachzurütteln", sagte sie vor den Protesten. "Es ist an der Zeit, dass wir unsere Differenzen beiseite legen und gemeinsam kämpfen, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen."

Vergangene Woche war ein rund zwölf Jahre altes Mädchen mutmaßlich vom Ex-Freund der Mutter in Tel Aviv getötet worden. Ein 16 Jahre altes Mädchen war im Norden des Landes tot aufgefunden worden, nachdem es mehrere Tage als vermisst gegolten hatte. Die Polizei nahm anschließend mehrere Verdächtige fest.

Seit Jahresanfang sind in Israel laut Medienberichten insgesamt 24 Frauen nach häuslicher Gewalt gestorben. Zum Vergleich: In Deutschland, wo rund neun Mal so viele Menschen leben, starben im Jahr 2017 insgesamt 147 Frauen nach häuslicher Gewalt.

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