Große Hoffnung im Berliner Zoo : Dann eben ohne Sex: Pandadame Meng Meng künstlich besamt

Pandadame Meng Meng im Berliner Zoo.
Pandadame Meng Meng im Berliner Zoo.

Bevor dem Berliner Zoo die Zeit davonläuft, haben sich die Tierärzte für eine künstliche Besamung entschlossen.

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08. April 2019, 16:19 Uhr

Berlin | Eigentlich sollten die beiden Riesenpandas Meng Meng und Jiao Quing auf natürlichem Wege Eltern werden: Jetzt hat sich der Berliner Zoo aber doch für eine künstliche Besamung entschieden. Denn: Nur einmal im Jahr kann das Weibchen in einem Zeitraum von 24 bis 72 Stunden befruchtet werden.

"Die beiden sind, was die Fortpflanzung angeht, vollkommen unerfahren. Meng Meng zeigte deutlich Interesse an dem Panda-Mann. Auch Jiao Qing war bereit", schildert der Zoologische Leiter Dr. Ragnar Kühne das erste Kennenlernen der beiden, das vergangene Woche stattfand. In einer daran angeschlossenen Pressekonferenz betonte Tierarzt und Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem noch, dass man die natürliche Paarung einer künstlichen Befruchtung vorziehe.

Sieben Mal zueinander gelassen

Insgesamt sieben Mal seien die beiden Pandas für jeweils 20 Minuten zusammengelassen worden. Obwohl Jiao Quing auf Tuchfühlung gegangen sei, habe sich nicht feststellen lassen, ob die Paarung erfolgreich verlief. Mithilfe eines Elektro-Ejakulators wurden daher vom Männchen Spermien gewonnen und bei Meng Meng eingeführt – beide Pandas wurden für den Eingriff kurzzeitig in Narkose gelegt. "Mein besonderer Dank gilt hierbei den erfahrenen Reproduktionsexperten Prof. Dr. Thomas Hildebrandt und Dr. Frank Göritz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), die gemeinsam mit uns am Samstag den Eingriff zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt haben", so Knieriem.

Die künstliche Befruchtung bei Pandadame Meng Meng. Foto: Zoo Berlin
Zoo Berlin
Die künstliche Befruchtung bei Pandadame Meng Meng. Foto: Zoo Berlin

Nachwuchs-Bescheid im Juni

Ob der Eingriff erfolgreich war, könne frühestens im Juni mit einer Ultraschall-Untersuchung festgestellt werden. Die Tragzeit einer Pandabärin beträgt zwischen drei und sechs Monaten. Im Durchschnitt kommen ein bis drei unbehaarte und hamstergroße Jungtiere nach etwa 155 Tagen zur Welt. Mit einem Gewicht von etwa 80 bis 200 Gramm bringen Panda-Jungtiere zum Zeitpunkt der Geburt ungefähr ein Tausendstel des Gewichts ihrer Mütter auf die Waage.

Ein Panda-Baby in der chinesischen 'Forschungsstation zur Aufzucht des Großen Pandas Chengdu'. Foto: dpa/Zhang Zhihe
dpa/Zhang Zhihe
Ein Panda-Baby in der chinesischen "Forschungsstation zur Aufzucht des Großen Pandas Chengdu". Foto: dpa/Zhang Zhihe

Meng Meng und Panda-Männchen Jiao Quing leben seit Sommer 2018 im Berliner Zoo und sind eine Leihgabe aus China. Sie sollen maximal 15 Jahre bleiben.

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