Todesfälle durch Ertrinken : DLRG: Weniger Badetote 2019 – Rückgang auch in Mecklenburg-Vorpommern

Schwimmen zu können, kann vor dem Ertrinken bewahren. Die DLRG bietet Schwimmkurse an.
Schwimmen zu können, kann vor dem Ertrinken bewahren. Die DLRG bietet Schwimmkurse an.

Bundesweit ging die Zahl der Todesopfer um 17,3 Prozent zurück. Die meisten Menschen ertranken in Binnengewässern.

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05. März 2020, 13:14 Uhr

München | In Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Menschen ertrunken. 2019 sank die Zahl der Toten auf mindestens 417, wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag in München mitteilte. Damit ging die Zahl der Todesopfer um 17,3 Prozent zurück. 87 Prozent der Opfer ertranken in Binnengewässern. Zum Vergleich: 2018 ertranken laut DLRG 504 Menschen in Deutschland.

"Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern", sagte DLRG-Präsident Achim Haag.

An Nord- und Ostsee starben zwei Menschen weniger als 2018. Insgesamt kamen an den Küsten zwischen Borkum und Usedom 23 Menschen ums Leben, viele davon beim Segeln oder Angeln.

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27 Menschen ertranken 2019 im Nordosten

27 Menschen sind im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ertrunken. 2018 waren es laut DLRG noch vier Menschen mehr. 21 der Ertrunkenen waren im vergangenen Jahr Männer, sechs Frauen. Unter den Toten waren zwei Kinder. 15 kamen in Seen und Teichen ums Leben, elf in der Ostsee und einer in einem Fluss.

Bundesweit ertranken im vergangenen Jahr die meisten Menschen in Bayern (95), Nordrhein-Westfalen (65) und Niedersachsen (51).

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Stärkster Anstieg bei Ertrunkenen in Schwimmbädern

Viele hätten sich wegen der starken Unwetter im vergangenen Sommer oft gegen ein Bad im See oder an der Küste entschieden. Das erkläre, warum weniger Menschen ertrunken seien. Dennoch kamen im Juni, Juli und August 237 Menschen durch Ertrinken ums Leben – mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle des gesamten Jahres. Am stärksten sanken die Todeszahlen in Schwimmbädern. 2019 gab es elf Opfer, ein Jahr zuvor waren es noch 29.

Unter den Ertrunkenen von 2019 befanden sich 17 Kinder im Vorschul- und acht im Grundschulalter. Haag kritisierte die Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung. "20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht", erklärte er. Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent sei kein sicherer Schwimmer mehr. Die DLRG möchte mit einer Aufklärungskampagne gegensteuern. Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag hatte die DLRG bereits im vergangenen Herbst das "schleichende Bädersterben" kritisiert. Zudem hatte der Verein 2019 ein Modellprojekt für Schwimmkurse für Senioren gestartet. Dieses Angebot soll in diesem Jahr ausgebaut werden.

Eine weitere Risikogruppe sind laut den Zahlen weiterhin Flüchtlinge. 27 Asylsuchende ertranken 2019 in Deutschland. So gut wie alle waren Nichtschwimmer.

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