Hotels, Camping, Gastro : Corona-Urlaub 2020: Was im Norden über Pfingsten möglich ist

Gummistiefel im Wattenmeer.
Gummistiefel im Wattenmeer.

Auch wenn der große Urlaub warten muss – über Pfingsten zieht es die Deutschen auf die Nord- und Ostseeinseln.

von
18. Mai 2020, 14:00 Uhr

Rostock/Hannover/Kiel | Wochenlang mussten der Tourismus und das Gastgewerbe in Norddeutschland wegen der Corona-Krise in den Startlöchern verharren. Die Saison durfte nicht eröffnet werden. Doch nun können sich Reisende wieder auf Urlaub an den deutschen Küsten freuen – die Landesregierungen im Norden kündigten Lockerungen zu Pfingsten an. So öffnen Hotels in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen am 25. Mai für Gäste aus anderen Bundesländern. Restaurants dürfen bereits früher wieder teilweise öffnen. Auch Schleswig-Holstein kündigte Lockerungen für die Küstenorte an, diese bleiben für Tagestouristen jedoch geschlossen. Ein Überblick:

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in unserem Liveblog

Hotels

Seit dem 18. Mai stehen die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern für Einheimische bereit. "Ab dem 25. Mai werden wir auch für Gäste aus anderen Bundesländern öffnen", sagte Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, am Dienstag. Der Infektionsschutz sei weiter wichtig, es gelte zunächst eine Kapazitätsgrenze von 60 Prozent.

In Niedersachsen dürfen ab dem 25. Mai Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Das Ziel sei aber, die Gästezahl zu reduzieren, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Für Übernachtungsangebote gilt eine Wiederbelegungsfrist von mindestens sieben Tagen. Das bedeutet, dass ein Hotelzimmer oder eine Unterkunft frühestens nach sieben Tagen wieder neu vergeben werden darf.

Nach rund zweimonatiger Pause macht Schleswig-Holstein am 18. Mai einen Tourismus-Neustart. Das Einreiseverbot im Zuge der Corona-Krise fällt, Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen können am 18. Mai mit voller Kapazität wieder öffnen. Allerdings müssen Gemeinschaftsräume sowie Schwimmbäder und Saunabereiche geschlossen bleiben. Inseln und Halligen dürfen wieder betreten werden. Ausflugsschiffe dürfen ebenfalls ab dem 18. Mai wieder ablegen, Strandkorbvermieter ihr Geschäft aufnehmen.

Trotz eines Neustarts bei Übernachtungen bleiben die meisten bekannten Küstenorte in Schleswig-Holstein über Himmelfahrt und Pfingsten für Tagestouristen weiter gesperrt. Das teilten Landesregierung und betroffene Landkreise am Montag in Kiel nach einer gemeinsamen Beratung mit. Durch die Zugangsbeschränkungen soll verhindert werden, dass vor allem in Besucherhochburgen wie Sylt oder St. Peter-Ording schwer kontrollierbare Menschenansammlungen entstehen.

Auch auf Helgoland sind keine Tagesgäste erlaubt. An anderen Orten wie im Bereich Timmendorfer Strand an der Ostsee sind Ausflügler prinzipiell willkommen. Dort gibt es aber Parkplatzbeschränkungen und andere Lenkungsmaßnahmen, um Überfüllungen zu vermeiden. Auch Büsum an der Nordsee ist für Ausflügler zugänglich. Generell liegt die Entscheidung zum Tourismus in den Händen der örtlichen Behörden.

Gastronomie

Für die Gastronomie gelten nach Auskunft des Präsidenten des Dehoga-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, klare Regeln. Die Gaststätten dürfen von Samstag (9. Mai) an zwischen 6.00 und 21.00 Uhr öffnen. Auch hier besteht die 60-Prozent-Regel. Es müsse reserviert werden, um bei Infektionsfällen die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. An den Tischen dürften sechs Personen sitzen, ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen fremden Personen sei einzuhalten. Das Servicepersonal müsse einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Gäste nicht.

In Niedersachsen können Restaurants, Gaststätten, Cafés oder Biergärten vom 11. Mai ebenfalls unter Auflagen wieder öffnen. Auch Restaurants können nur die Hälfte ihrer sonst üblichen Plätze vergeben, zudem gilt eine Reservierungspflicht, die Kontaktdaten der Kunden müssen erfasst werden.

Restaurants und Gaststätten in Schleswig-Holstein können ihre Gäste ab dem 18. Mai bekochen, müssen aber um 22 Uhr schließen. Pro Raum sind 50 Gäste erlaubt, Abstandsregeln müssen eingehalten werden. In den Bäderorten dürfen die Geschäfte in Absprache mit den Kreisen auch wieder sonntags öffnen (Bäderregelung).

Camping

Bei den rund 200 Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Verbandssprecher Gerd Scharmberg keine 60-Prozent-Quote. Dafür müssten genügend große Abstände zwischen den Wohnwagen, Mobilen oder Zelten eingehalten werden. Die sanitären Anlagen seien so auszurüsten, dass alle hygienischen Erfordernisse zur Bekämpfung des Coronavirus erfüllt werden.

In Niedersachsen dürfen Dauercamper von Donnerstag an wieder auf ihren angestammten Platz. Andere Camping- und Wohnmobilstellplätze können vom 11. Mai an unter Auflagen wieder öffnen.

Die jüngsten Entscheidungen der Landesregierungen im Norden geben auch den Unternehmern die Hoffnung, dass von der Saison 2020 noch ein bisschen zu retten ist.

So freut sich beispielsweise der Vorstand des Tourismusverbands Niedersachsen, Sven Ambrosy: "Am Ende des Tages ist es auch gar nicht so entscheidend, ob etwas am 11. Mai, am 25. oder einem anderen Tag passiert." Das Entscheidende sei die Perspektive. "Wir haben es uns verdient, dass wir unsere Tourismuswirtschaft nun langsam wieder hochfahren", sagte sein Kollege in Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Waldmüller.

In Schleswig-Holstein dürfen Camping- und Wohnmobilstellplätze ab dem 18. Mai wieder genutzt werden – soweit sich die Gäste völlig autark versorgen können. Toiletten werden geöffnet, Duschen und Gemeinschaftsräume nicht.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen