Mehr Schaden als bei "traditionellen" Anschlägen : Wegen Corona-Pandemie: Europarat warnt vor Gefahr von Terror mit Biowaffen

Die Experten fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung.
Die Experten fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung.

Im Zuge der Corona-Pandemie haben Sicherheitsexperten des Europarats vor der Gefahr von Biowaffen-Anschlägen gewarnt.

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25. Mai 2020, 15:15 Uhr

Berlin | Die Experten gehen aber nicht von einer unmittelbaren Bedrohung aus. "Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen und ihr Erschütterungs-Potenzial sind", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) aus einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung.

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Ein Sprecher des Europarats betonte aber zugleich am Montag: "Der Europarat hat keine konkreten Hinweise auf eine erhöhte Gefahr durch Bioterrorismus aufgrund der Pandemie."

Deutschen Behörden haben keine Hinweise auf Pläne

Deutsche Sicherheitsbehörden haben den Angaben zufolge bislang ebenfalls keine Hinweise auf entsprechende Anschlagsvorbereitungen. Der Europarat hat seinen Sitz im französischen Straßburg und kümmert sich um die Einhaltung und Umsetzung der Menschenrechte.

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates.
Rainer Jensen/dpa
Die Parlamentarische Versammlung des Europarates.


In der Stellungnahme heißt es dem Bericht zufolge weiter, die absichtliche Verwendung eines Krankheitserregers oder eines anderen biologischen Wirkstoffs durch Terroristen "kann sich als äußerst wirksam erweisen". Der Schaden für Menschen und Wirtschaft könnte weitaus größer sein als bei "traditionellen" Terroranschlägen, Gesellschaften würden über längere Zeiträume gelähmt, Angst verbreitet und Misstrauen weit über die unmittelbar betroffenen Gemeinschaften gesät.

Wie die Experten die Gefahr in den Griff kriegen wollen

Die Experten fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung. Der Ausschuss, in dem Sicherheitsfachleute der Europarats-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, plädiert auch dafür, die Bekämpfung biologischer Angriffe in Übungen zu trainieren. "Unsere Experten haben auf die Notwendigkeit hingewiesen, die internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet – auch während der Pandemie – fortzusetzen", betonte der Sprecher des Europarats.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte auf Anfrage der Funke-Zeitungen, bislang seien in Deutschland "keine konkreten oder abstrakten Tatplanungen" oder "ernsthafte Ideen oder Gedankenspiele zu bioterroristischen Aktivitäten" festgestellt worden. Im "eher unwahrscheinlichen Fall" eines solchen Anschlags dürfte am wahrscheinlichsten die Terrormiliz Islamische Staat oder Al-Kaida dahinter stehen, hieß es.

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Anfang April hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres gesagt, er sehe eine steigende Gefahr künftiger Angriffe durch Bioterroristen mit dem Ziel einer Pandemie wie der gegenwärtigen.

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