Eventuelle Lockerungen : Forscher simulieren Corona-Verlauf: Maßnahmen nur noch zehn Tage durchhalten?

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen hat die Bundesregierung das öffentliche Leben erheblich eingeschränkt.
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen hat die Bundesregierung das öffentliche Leben erheblich eingeschränkt.

Laut Göttinger Wissenschaftlern können die Menschen in Deutschland bald auf eine Lockerung der Corona-Maßnahmen hoffen.

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09. April 2020, 19:01 Uhr

Göttingen | In einer Mitteilung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation hieß es am Donnerstag: "Wenn die Beschränkungen im sozialen Leben noch etwa zehn Tage aufrechterhalten werden, ist eventuell eine Lockerung der Maßnahmen möglich." Dazu müssten aber die bestehenden Regeln zunächst weiter sehr sorgfältig eingehalten werden.

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Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte am Donnerstag eindringlich an die Bürger, sich auch über die Osterfeiertage an die bestehenden Auflagen zu halten: "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen", sagte sie. "Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig sein." Die Lage sei weiter "fragil", und "wir können jetzt schnell zerstören, was wir jetzt erreicht haben".

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Forscherin: Gesellschaft kann wirklich stolz sein

Die Kontaktbeschränkungen rund um Covid-19 haben der Simulation zufolge die gefürchtete exponentielle Ausbreitung des Virus gebrochen. "Wir sehen eine klare Wirkung der Kontaktsperre vom 22. März, und natürlich den Beitrag von jeder einzelnen Person", sagte die Leiterin eines Forschungsteams des Max-Planck-Instituts, Viola Priesemann. Und weiter sagt sie: "Unsere Gesellschaft kann wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat."

Aktuelles Verhalten bestimmt Fallzahlen der Zukunft

Bereits durch die Beschränkungen um den 8. März, die etwa Fußballspiele ohne Fans nach sich zogen, sowie die zusätzlichen Maßnahmen um den 16. März wie etwa die Schließung von Schulen habe die effektive Ausbreitungsrate bereits deutlich abgenommen. Die gesamte Entwicklung sei ermutigend, aber noch keine Entwarnung, hieß es. "Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang", sagte Priesemann. "Wir sehen ganz klar: Die Fallzahlen in zwei Wochen hängen von unserem Verhalten jetzt ab."

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