Spezialschiffe liegen bereit : Container der MSC Zoe werden nicht vor Montag aus Nordsee geborgen

Der Tonnenleger Norden sucht am 6. Januar 2019 vor Borkum nach Treibgut. Archivfoto: Havariekommando/dpa
Der Tonnenleger Norden sucht am 6. Januar 2019 vor Borkum nach Treibgut. Archivfoto: Havariekommando/dpa

Ein Bergungsschiff steht bereit, um die Container aus der Nordsee zu fischen, die der Riesen-Frachter MSC oe dort verloren hat. Doch wegen schlechten Wetters kann es vorerst nicht eingesetzt werden. Man richtet sich auf einen monatelangen Einsatz ein.

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12. Januar 2019, 19:06 Uhr

Den Haag/Borkum | Die Bergung von Containern des Frachters „MSC Zoe" ist wegen schlechten Wetters erneut verschoben worden. Frühestens am Montag sei der erste Einsatz des Spezialschiffes „Atlantic Tonjer" möglich, das vor einer Woche vor der Ems-Mündung eingetroffen war. Dies teilte das niederländische Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft am Samstag in Den Haag mit. „Angesichts des Wetters und der Tiefe, in der die Container liegen, ist die Bergung nach Einschätzung des Kapitäns derzeit nicht möglich", sagte ein Sprecher.

Die „Atlantic Tonjer" mit einem Kran an Bord soll im niederländischen Auftrag so rasch wie möglich einen ersten Container aufnehmen, der im Fahrwasser der Ems liegt. Anschließend sollen weitere Container geborgen werden. Ein Erkundungsschiff, das ebenso wie das Bergungsschiff in der Nacht zum Samstag vom Hafen Ijmuiden in Richtung Ems-Mündung auslief, kehrte wegen des Sturms wieder in den Hafen zurück, teilte das Ministerium mit.

Umgestürzte Container liegen an Bord der MSC Zoe, die am Containerhafen in Bremerhaven festgemacht hat. Foto: Havariekommando/dpa
Umgestürzte Container liegen an Bord der MSC Zoe, die am Containerhafen in Bremerhaven festgemacht hat. Foto: Havariekommando/dpa

Die „MSC Zoe" hatte auf dem Weg nach Bremerhaven in der Nacht zum 2. Januar 291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen. Diese wurden noch nicht geortet. Insgesamt wurden bisher laut niederländischen Angaben 238 Container lokalisiert. Die meisten Container liegen auf dem Meeresboden nördlich der niederländischen Wattenmeer-Inseln auf der stark befahrenen Route des Frachtverkehrs, etwa 20 wurden bei Borkum geortet. 18 Container sowie deren Inhalt waren an den Stränden angespült worden. (Mehr: Dürfen Finder angespültes Strandgut behalten?)

Die Bergung aller Container wird vermutlich mehrere Monate dauern. Die niederländischen Behörden haben eine Untersuchung zu den Ursachen des Unglücks und möglichen Langzeitschäden für die Umwelt eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach Medienberichten, die sich auf niederländische Fischer berufen, soll der Frachter mit einem Tiefgang von 16 Metern eine Abkürzung genutzt haben, die nur 17 Meter tief ist.

Die Schweizer Reederei MSC hatte zugesichert, die Kosten für Bergung und Säuberung der Strände zu übernehmen. Allein auf den Ostfriesischen Inseln wurden bereits tonnenweise Ladungsreste und Müll angespült. Auf Borkum sind zahlreiche Helfer, darunter Behördenmitarbeiter, Freiwillige, Urlauber und Umweltorganisationen als Müllsammler im Einsatz.

Archivfoto: Havariekommando/dpa
Archivfoto: Havariekommando/dpa


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