Entschuldigung von Kramp-Karrenbauer : Bundeswehr postet Hakenkreuz-Uniform – mit zynischem Kommentar

Die Bundeswehr hat große Probleme, Nachwuchs zu finden. Peinliche Werbekampagnen und Fehltritte machen es nicht einfacher.
Die Bundeswehr hat große Probleme, Nachwuchs zu finden. Peinliche Werbekampagnen und Fehltritte machen es nicht einfacher.

Peinliche Social-Media-Pannen kann sich die Bundeswehr in Zeiten des Nachwuchsmangels eigentlich nicht leisten.

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27. November 2019, 11:30 Uhr

Hamburg | Ein Instagram-Post der Bundeswehr sorgt derzeit für Wirbel im Netz. Kein Wunder: Der Diensthabende für Social Media hatte sich am Dienstag einen ziemlich peinlichen Fehler erlaubt. Auf dem offiziellen Instagram-Account der Bundeswehr wurde eine Uniform der Wehrmacht zur Schau gestellt – samt Hakenkreuzen.

Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Post berichtet. Mittlerweile ist das Foto aus den Instagram-Stories des Bundeswehr-Kanals verschwunden. Auf Twitter kursieren aber noch Aufnahmen:

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Hakenkreuze deutlich zu erkennen

Auf dem Screenshot des gelöschten Posts ist deutlich zu sehen, dass an der Uniform zwei Eiserne Kreuze, das Verwundeten-Abzeichen der Wehrmacht und ein Reichsadler befestigt sind. Auf allen Abzeichen und Orden prangt ein Hakenkreuz. Versehen wurde das Posting dann auch noch mit zynischen Kommentaren. Am unteren Bildrand stand: "Auch Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture." Zudem wurde der Begriff "retro" auf das Foto gesetzt.

Verteidigungsministerium kündigt Konsequenzen an

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Auf Anfrage der "Bild" räumte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums den Fehler ein: "Der Text zum Bild ist tatsächlich missverständlich." Das Posting sei "gedankenlos" und "unsensibel" und werde gelöscht. Zudem solle ein Gespräch mit dem verantwortlichen Mitarbeiter geführt werden, "mit dem Ziel einer zusätzlichen Sensibilisierung".

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministerium sprach von einem "inakzeptablen Fehler" und bat um Entschuldigung. Auch Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verurteilte das Posting und sagte am Nachmittag im Bundestag: "Dieser Post ist nicht akzeptabel. Er ist deswegen auch vollkommen zu Recht zurückgezogen worden. Die entscheidende und entsprechende Stelle hat um Entschuldigung für diesen Post gebeten. Und dieser Entschuldigung schließe ich mich ausdrücklich auch an."

Der Post passe nicht dazu, dass die Wehrmacht grundsätzlich als Institution in keiner Weise für die Bundeswehr "sinn- und traditionsstiftend" sei, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie verwies auf den Traditionserlass der Bundeswehr, in dem dies festgelegt sei. "Es sind persönliche Fehler, die dort passiert sind", betonte die Ministerin. "Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt für irgendein politisches Motiv."

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Bundeswehr hat massive Nachwuchsprobleme

Seit Ende der Wehrpflicht im Jahr 2011 hat die Bundeswehr massive Probleme, Nachwuchs zu rekrutieren. Aus einem internen Papier des Verteidigungsministeriums hieß es, dass 2020 nur die Hälfte der 760.000 Schulabgänger für die Truppe geeignet sind. Mit ihren provokanten Werbekampagnen steht die Bundeswehr jedoch häufiger in der Kritik, als dass sie ihr Image aufbessert und Nachwuchs anlockt.

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