FDP-Abgeordnete: "Keine Frage der Mode" : Medienbericht zur Bundeswehr: Beim neuen Kampfschuh läuft es nicht

Bei den Stiefeln müssen Bundeswehrsoldaten länger auf die neuen Modelle warten.
Bei den Stiefeln müssen Bundeswehrsoldaten länger auf die neuen Modelle warten.

Laut einem Medienbericht dauert die Umstellung des Kampfschuhsystems der Soldaten deutlich länger als geplant.

von
28. August 2019, 07:41 Uhr

Berlin | Bundeswehrsoldaten müssen einem Medienbericht zufolge deutlich länger als geplant auf neue Stiefel warten. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann hervor, über die der "Tagesspiegel" (Mittwoch) berichtet. "Die vollständige Umsetzung des neuen Kampfschuhsystems Streitkräfte wird nach derzeitiger Planung bis zum Ende des zweiten Quartals 2022 abgeschlossen sein", heißt es darin. (Weiterlesen: Wehrbeauftragter – Das sind die größten Probleme der Bundeswehr)

Knappe Produktionskapazitäten schuld?

Dem Bericht zufolge hätten alle Angehörigen der Streitkräfte eigentlich bereits bis Ende 2020 neue Schuhe erhalten sollen. "Aufgrund begrenzter Produktionskapazitäten der Industrie ließ sich dieser Zeitansatz jedoch nicht halten", hieß es auf Anfrage der Zeitung aus dem Ministerium. Wie viele Bundeswehrangehörige heute bereits neue Schuhe haben, sagte die zuständige Sprecherin laut "Tagesspiegel" nicht. Demnach verfügen "derzeit erst einige" über einen vollständigen neuen Kampfschuhsatz.

Wechsel vom "Ganzjahresschuh" zum "Kampfschuh"

Der Wechsel vom "Ganzjahresschuh" auf zwei Paar vom "Kampfschuh, schwer" und ein Paar vom "Kampfschuh, leicht" ist dem Zeitungsbericht nach seit 2016 geplant. Dem Schreiben an Strack-Zimmermann zufolge haben inzwischen zwar rund 160.000 der rund 183.000 Soldaten ein erstes Paar des schweren, schwarzen Kampfschuhs – das zweite fehlt aber noch. Den leichten Schuh haben demnach nur rund 31.000 Soldatinnen und Soldaten. (Weiterlesen: Nur noch wenige Eurofighter im Einsatz? Das sagt die Bundeswehr)

Strack-Zimmermann kritisierte, dass die Ausrüstung der gesamten Truppe mit den neuen Schuhen so lange dauere. "Das ist schließlich keine Frage der Mode, sondern eine der Sicherheit", sagte die Verteidigungspolitikerin. "Man stelle sich vor, Feuerwehrleute würden Brände in Pantoffeln löschen."

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte während ihres Antrittsbesuch beim Heer und beim Sanitätsdienst der Bundeswehr am Dienstag, dass die Soldaten modernes Material bräuchten, um ihre "Bereitschaft zum Dienen" gut umsetzen zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen