Steinigung von Homosexuellen : "Gegen die Ermordung Unschuldiger": Clooneys Anti-Brunei-Kampagne wirkt

Collage: dpa/VNA/XinHua/Andrew Milligan/PA Wire

Hollywood-Star George Clooney rief unter anderem zum Boykott von Luxushotels auf – offenbar mit Erfolg.

von
08. April 2019, 12:10 Uhr

Bangkok | Oscar-Preisträger George Clooney (57, "Syriana") hat weitere Unterstützer für seinen Boykottaufruf gegen Luxushotels gefunden, die dem Sultan von Brunei gehören. Unternehmen wie die Deutsche Bank, die Zeitung "Financial Times" und verschiedene Immobiliengesellschaften kündigten inzwischen an, die neun Hotels zu meiden. In Londons U-Bahn und Bussen sollen künftig keine Anzeigen mehr hängen, die Werbung für Urlaub in dem Kleinstaat auf der südostasiatischen Insel Borneo machen. Der Reiseanbieter STA Travel will vorerst keine Flüge von Bruneis nationaler Fluggesellschaft Royal Brunei Airlines mehr anbieten und die australische Fluggesellschaft Virgin Australia Airlines beendete eine Kooperation mit Royal Brunei Airlines.

Proteste vor "Dorchester"-Hotel in London

Clooney hatte neun Luxushotels in England, Frankreich, Italien und Kalifornien aufgelistet, die der Brunei Investment Agency gehören. Mit jedem Besuch dieser Hotels würde man dazu beitragen, die Ermordung unschuldiger Menschen zu finanzieren, mahnte Clooney. Sein Boykott-Aufruf wurde unter anderem von Popstar Elton John weiterverbreitet. Vor einem der Hotels, dem Londoner "Dorchester", hatten am Wochenende Hunderte gegen die neuen Gesetze protestiert.

_201904081123_full.jpeg
imago/Andres Pantoja

Die neun von Clooney benannten Hotels treten unter dem Markennamen Dorchester Collection auf. Die Hotelgruppe veröffentlichte auf ihrer Homepage eine Stellungnahme, in der sich für "Inklusion, Diversität und Gleichheit" ausgesprochen wurde. Man toleriere keine Form der Diskriminierung, habe dies noch nie getan und werde dies auch nie tun. Es wurde auf die Politik verwiesen, die Hotels mit ihren 3630 Mitarbeitern seien nicht der richtige Ort für diese Auseinandersetzung.

Grund für den Boykott ist eine Verschärfung der Strafgesetze, wonach in Brunei Homosexuellen die Todesstrafe durch Steinigung droht. Grundlage dafür ist die Scharia, die im weiten Sinne die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt. In dem Sultanat sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen. Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit langem unterdrückt.

Weiterlesen: Todesstrafe für Schwule in Brunei: George Clooney nimmt den Kampf auf

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen