In der Wand eines Wohnhauses : Schrecklicher Fall von Tierquälerei: Vögel lebend eingemauert

Ein Star versucht verzweifelt, seine zugemauerte Nisthöhle zu erreichen.
Ein Star versucht verzweifelt, seine zugemauerte Nisthöhle zu erreichen.

Gleich mehrere Vögel nisteten in einer Wand eines großen Wohnhauses in Leipzig, als die Nisthöhlen zugemauert wurden.

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04. Juni 2019, 15:22 Uhr

Leipzig | Es sind schreckliche Bilder, die der Leipziger Naturschutzbund (Nabu) zu sehen bekam. Gleich mehrere Nisthöhlen in einer Hauswand in Leipzig wurden verschlossen, obwohl sich noch Eier, Küken und sogar ausgewachsene Vögel in den Nestern befanden. "Eine Anwohnerin hatte uns über den Verschluss von Nisthöhlen informiert", sagte der Vogelschutzexperte des Nabu, Karsten Peterlein, gegenüber den "Kieler Nachrichten". Jetzt ermittelt die Polizei.

Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Die Vogelmütter (ein Star und ein Haussperling) versuchten gerade an ihre Nistplätze hinter der Verspachtelung zu gelangen, als die Nabu-Mitglieder das Wohnhaus erreichten. Ein Aufbrechen der Verschlüsse war nicht möglich, sodass die Nabu-Mitglieder Polizei und Feuerwehr alarmierten.

Vier Küken tot

Insgesamt acht verschlossene Nistplätze wurden entdeckt und aufgebrochen. Die Hälfte der Löcher war leer. In den verbleibenden Löchern fanden die Helfer ein frisch gebautes Nest, das Gelege eines Stars, ein eingemauerter Star, dessen vier Küken bereits tot waren, und einen brütenden Spatz und sein Gelege mit drei Eiern.

"Rechtswidrig und Quälerei"

Die Verschlüsse bestanden aus Leitungsdämmpolstern und einer "klebrigen Substanz". Da der Einsatz dieses Mittels rechtswidrig ist, vermuten die Nabu-Mitglieder eine vorsätzliche Tötung. Laut Nabu seien bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und Tierschutzgesetz eingereicht worden. "Es kann sein, dass die Verantwortlichen Nistplätze übersehen und aus Unkenntnis handeln“, sagte Peterlein. "Dennoch ist es in der Brutsaison rechtswidrig und Quälerei gegenüber den Tieren."

Der Hausbesitzer ist eine Wohnungsgenossenschaft, dessen Namen Peterlein nicht nennen möchte. So wolle er einen Shitstorm vermeiden. "Uns ist wichtig, dass bei den Eigentümern ein Umdenken einsetzt."

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