ARD-Recherche : Breitscheidplatz-Attentäter: Amri plante auch Anschlag auf Einkaufszentrum

Polizisten und Rettungskräfte stehen am 19.12.2016 vor der Gedächtniskirche in Berlin. Im Dezember 2016 richtete Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad an (Archiv).
Polizisten und Rettungskräfte stehen am 19.12.2016 vor der Gedächtniskirche in Berlin. Im Dezember 2016 richtete Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad an (Archiv).

Das geht aus Ermittlungsakten hervor, die "Kontraste", RBB und die "Berliner Morgenpost" einsehen konnten.

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15. März 2019, 11:34 Uhr

Berlin | Der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, wollte Medienberichten zufolge ursprünglich mit weiteren Islamisten einen Sprengstoffanschlag auf das Berliner Einkaufszentrum Gesundbrunnen-Center verüben.

Zwei mit Amri mutmaßlich befreundete Islamisten sollen sich spätestens im Jahr 2016 Sprengstoff für einen Anschlag besorgt haben, wie die "Berliner Morgenpost", der Rundfunk Berlin-Brandenburg und das ARD-Politikmagazin "Kontraste" am Freitag unter Berufung auf Ermittlungsakten berichteten.

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Wegen der mutmaßlichen Anschlagspläne erhob die Bundesanwaltschaft bereits Anfang März Anklage gegen den Russen Magomed-Ali C. wegen des Vorwurfs der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Unbekannt war bisher aber, welches Ziel C. und ein in Frankreich inhaftierter weiterer Islamist hatten. Das Gesundbrunnen-Center ist ein Einkaufszentrum im Bezirk Mitte.

Der Generalbundesanwalt gehe davon aus, dass Amri in die Anschlagsplanung einbezogen gewesen sei, berichteten die Medien. Die Gruppe soll demnach geplant haben, bei dem Anschlag den hochexplosiven Sprengstoff TATP einzusetzen. Er lagerte laut Generalbundesanwalt im Oktober 2016 in der Wohnung des im August vergangenen Jahres festgenommenen C. im Berliner Stadtteil Buch.

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C.s Mitstreiter, der bereits im April 2017 im französischen Marseille festgenommene Clément B., soll zur Vorbereitung des Anschlags bei Instagram neben Dschihadistenpropaganda ein Foto des Gesundbrunnen-Centers eingestellt haben. Laut den von den Medien zitierten Dokumenten wertet der Generalbundesanwalt dies als Hinweis auf ein mögliches Anschlagsziel. Das Instagramkonto habe der konspirativen Verständigung dienen sollen.

Den Unterlagen zufolge hatte auch Amri Zugang zu dem Konto. Er soll sich nach den Standortdaten seines Handys für rund 40 Minuten im Gesundbrunnen-Center aufgehalten haben.

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Allerdings klingelten demnach im Oktober 2016 im Rahmen einer Observation des als gewaltbereit bekannten Islamisten C. Polizisten an dessen Wohnungstür und wollten ihn überprüfen. In der Wohnung soll sich auch B. aufgehalten haben. Aufgeschreckt von dem Besuch der Beamten sollen die Islamisten von ihrem ursprünglichen Anschlagsplan abgelassen haben.

Amri habe sich dann zu einem Alleingang entschieden und den Anschlag am Breitscheidplatz im Dezember 2016 verübt. Dabei wurden zwölf Menschen getötet.

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