Waldbrände in Kalifornien : Warum die Deutschen so sehr mit Thomas Gottschalk fühlen

Thomas Gottschalk möchte kein Mitleid erregen.
Thomas Gottschalk möchte kein Mitleid erregen.

Ein Psychiater erklärt, wie das Schicksal Gottschalks im Rahmen der Katastrophe in Kalifornien auch hierzulande bewegt.

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13. November 2018, 11:32 Uhr

Los Angeles/Köln | Zehntausende Menschen sind vor den gewaltigen Waldbränden in Kalifornien geflohen, mindestens 44 starben – doch der Fokus in Deutschland richtet sich besonders auf die betroffenen Prominenten. Das meiste Interesse hierzulande zieht Thomas Gottschalk auf sich, dessen Villa in Malibu von einer Feuerwalze vernichtet wurde. Nach Meinung eines Experten ist diese Fokussierung psychologisch durchaus nachzuvollziehen.

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Durch Gottschalk rück die Katastrophe näher heran

"Wenn man hört, dass da Waldbrände in Kalifornien sind, dann ist das erstmal weit weg", sagte der Psychiater Borwin Bandelow der Deutschen Presse-Agentur. "Je weiter weg eine Katastrophe ist, desto weniger ficht sie uns an. Aber Thomas Gottschalk ist sozusagen einer von uns." Katastrophen zögen einerseits ein Erschrecken nach sich, andererseits aber auch ein positives Gefühl der Erleichterung, weil man selbst nicht betroffen sei, erläuterte der Göttinger Wissenschaftler. "

"Deshalb liest man gerne etwas über Katastrophen. Wenn man dann aber hört, dass ein bekannter Deutscher betroffen ist, dann rückt das die Katastrophe näher ran." Man empfinde dann Mitgefühl.

 

Frau Thea wurde von der Feuerwehr gewarnt

Thomas Gottschalk selbst möchte nach eigener Aussage aber genau das nicht. "Ich möchte vermeiden, jetzt auf eine Mitleidstour zu gehen und bei allen, die mir ein Mikrofon hinhalten, mein Elend zu klagen. Es gibt größeres Elend auf der Welt", sagte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Thomas Gottschalk 2007 über den Dächern von Malibu. Foto: dpa/Tele_5
dpa/Tele_5
Thomas Gottschalk 2007 über den Dächern von Malibu. Foto: dpa/Tele_5

Gottschalk, der 1998 nach Malibu gezogen war, befand sich nicht in Kalifornien, als die Flammen sein Anwesen komplett zerstörten, sondern moderierte eine Wohltätigkeitsveranstaltung in München. Seine Frau Thea sei jedoch zu Hause gewesen und durch die Feuerwehr gewarnt worden. Für den Fall eines Brandes sei die Familie eigentlich auch vorbereitet gewesen.

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Kunstwerke sind verbrannt, die Katzen gerettet

„Wir hatten uns für solche Fälle einen Wohnwagen bereitgestellt, aber das Auto mit dem Anhänger für den Wohnwagen war gerade nicht da. Und meine Frau hat dann – wie sie halt so ist – das billigste Auto genommen, weil ihr das am besten gefällt. Der Rest ist verglüht.“ Laut "Bild" sind darunter auch seine Fernsehpreise und legendären "Wetten, dass...?"-Outfits.

Darunter seien zum Beispiel wertvolle Kunstwerke gewesen: "Wie das in solchen Momenten so ist: Da gehst du nicht zum Safe und holst die Geburtsurkunde raus. Dann nimmst du nicht den Rilke von der Wand. Sie hat sich die Katzen geschnappt, Katzenfutter und die Katzenklos. Die Katzenklos sind gerettet und mein Rilke ist verbrannt."



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